Heilpraktiker Berufs-Bund


FDP noch wählbar?

Mit unseriöser Argumentation will die FDP die Heilpraktiker abschaffen.

Will die FDP tatsächlich, daß den Patientinnen und Patienten die mögliche Hilfe durch das erfolgreiche Wirken der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker bei ihren Beschwerden, Leiden und Krankheiten nicht mehr zur Verfügung steht?

Wir zitieren aus MedWatch 13-11-2018:

In Klammern und kursiv Anmerkungen unsererseits.

Bundestagsfraktion: Gesundheitsexperten der FDP wollen Heilpraktikerberuf abschaffen

von Hinnerk Feldwisch Drentrup - 13. Nov 2018, Arzneimittel, Gesundheitspolitik

Wenn es nach der Arbeitsgruppe Gesundheit der FDP-Bundestagsfraktion geht, wird der Berufsstand der Heilpraktiker abgeschafft. Dies verlangen sie in einem Positionspapier, das MedWatch exklusiv vorliegt.

Zwar sei es im Sinne der Privatautonomie jedem selbst überlassen, welche Dienstleistungen er kostenpflichtig in Anspruch nehmen möchte, heißt es dort: Unter der Voraussetzung einer hinreichenden Informationsversorgung seien mündige Patienten in der Lage, über ihre eigene Gesundheit zu disponieren – daher sei es zu respektieren, wenn Menschen Behandlungsmethoden in Anspruch nehmen möchten, deren Wirksamkeit wissenschaftlich unbelegt oder deren Unwirksamkeit sogar belegt ist. „Für uns ist jedoch ebenso klar, dass sich der Staat nicht zum Gehilfen für Verbrauchertäuschungen machen darf“,  erklärt die Arbeitsgruppe.
(Macht er auch nicht. Wo täuschen Heilpraktiker die Verbraucher? Oder meint man die tausenfachen Erfolge seit Jahrzehnten seien Täuschung?)

„Die Krux ist, dass der Anschein erweckt wird, Heilpraktiker seien heilkundig – in Wahrheit sind sie nur darauf getestet, dass sie nicht gefährlich sind“, erklärt FDP-Gesundheitspolitikerin Katrin Helling-Plahr. Die Fachanwältin für Medizinrecht hat die Stellungnahme mit vorangetrieben. Ihrer Ansicht nach ist nicht ausreichend sichergestellt, dass die von Heilpraktikern vorgenommenen Behandlungen tatsächlich „Heilung“ ermöglichen.
(Ist das grundsätzlich denn bei Ärzten so? Und was ist mit den nachgewiesenen Erfolgen?)

Einschränkungen für Heilpraktiker seien nicht ausreichend

Um die entsprechende Erlaubnis zu erhalten, müssten Heilpraktiker lediglich eine Prüfung ablegen, die sicherstellen soll, dass von ihren Tätigkeiten keine Gefahren ausgehen.
(Hat sich die Verfasserin mit den tatsächlichen Gegebenheiten befaßt, die hingter dem Begriff keine Gefahr stehen. Wenn es so einfach ist, könnte sie es doch auch einmal probieren.)

„Dies ist ein Widerspruch zwischen staatlich gesetztem Schein und der Realität“, heißt es im Positionspapier. Da Heilpraktiker anders als approbierte Ärzte vor allem in ihrer Wirksamkeit nicht wissenschaftlich belegte Methoden anwendeten, könne es ein Handeln „lege artis“ der Logik nach nicht geben.
Mangels wissenschaftlicher Grundlagen der Tätigkeit könne es daher auch keine fundierte Ausbildung geben.
(Es geht um das Handeln. Und Heilpraktiker handeln lege artis migt ihren Methoden.)

Wollte man den „Heilpraktiker“ in seiner jetzigen Form beibehalten, wäre es allenfalls möglich, Risikominimierung zu betreiben, heißt es in dem Papier. „Denkbar wäre, den Handlungsspielraum für Heilpraktiker gesetzlich so weit einzuschränken, dass beispielsweise invasive Behandlungen nicht mehr möglich wären.“ 
(Aha. Ärztelobby? Hat sie einmal recherchiert, daß es bei Heilpraktikern kaum Schäden gibt und gerade diese darin gut geschult sind?)

Allerdings würde dies die Gefahr von Diagnose- und Befunderhebungsfehlern nicht verringern. „Daher sind wir der Auffassung, dass es im Sinne der Patientensicherheit letztendlich geboten ist, die Erlaubnis zur Bezeichnung als ‚Heilpraktiker‘ mittelfristig auslaufen zu lassen“, erklären die FDP-Gesundheitspolitiker.
(Vermessen. Ist das Verbraucherschutz, den Patientinnen und Patienten mögliche Hilfe bei Leiden und Krankheiten verwehren zu wollen?)

Um bereits tätigen Heilpraktikern nicht ihre Lebensgrundlage zu entziehen, sprechen sie sich jedoch für einen Bestandsschutz aus. 
(Frau Fachanwältin, ein Bestandsschutz ist grundsätzlich schon gegeben. Das müßten Sie doch wissen)

Ein Auslaufen der Möglichkeit, eine Heilpraktikererlaubnis zu erlangen, bedeute jedoch nicht, dass das gegenwärtig bestehende alternativ- und komplementärmedizinische Angebot ersatzlos entfallen muss, erklärt die Arbeitsgruppe. „Es ist aus unserer Sicht entscheidend, dass ausschließlich wissenschaftlich-fundiert ausgebildete Ärzte staatlich gelabelt ‚Heilkunde‘ betreiben dürfen.“
(Aha, das dürfen diese sicher, jedoch mit welchem Erfolg. Mal recherchiert?)

Spahn will nur Herstellung von Arzneimitteln durch Heilpraktiker einschränken

Wegen dreier tragischer Todesfälle muss sich ein Heilpraktiker aus Brüggen-Bracht derzeit vor Gericht verantworten: Er hat den Patienten laut Anklage Überdosen eines nicht zugelassenen Arzneimittels als Infusion gegeben, das er selbst hergestellt hat.
(Auch wieder nicht oder falsch recherchiert. Besagter Heilpraktiker hat leider gegen eindeutige Gesetze verstoßen und nicht, weil Heilpraktiker verschreibungspflichtige Arzneimittel verordnen oder herstellen dürfen.  Gesetzesverstöße wie sie leider in jedem anderen Beruf einschl.  Ärzte vorkommen.)

Das Bundesgesundheitsministerium hatte unter dem früheren Minister Hermann Gröhe eine Vereinheitlichung von Überprüfungsleitlinien verabschiedet. Noch kürzlich hatte es erklärt, abwarten zu wollen, ob dies den Patientenschutz ausreichend verbessert.

Am Freitag kündigte Gröhes Nachfolger Jens Spahn gegenüber der Süddeutschen Zeitung einen weiteren Schritt an. „Patienten müssen sicher sein können, dass ihnen Arzneimittel nicht schaden“, erklärte er. Deshalb werde die Bundesregierung einerseits die Herstellung, den Verkauf und die Anwendung von sogenannten „Frischzellen“ verbieten: Hierbei handelt es sich um einen Zellbrei, der aus Lammföten hergestellt wird und angeblich allerlei Krankheiten soll, während Gesundheitsbehörden vor fehlender Wirkung und schweren Nebenwirkungen warnen.
(Die Frischzellentherapie wird vorwiegend von ärztlichen Kliniken mit ordentlichen Honorierungen angewandt.)  

Andererseits sollen verschreibungspflichtige Arzneimittel künftig „nur noch im Ausnahmefall“ von Heilpraktikern hergestellt werden dürfen, sagte Spahn.
(Ob es stimmt, daß dies Herr Spahn gesagt hat. Wäre kaum nachzuvollziehen, daß der Bundesminister die Gesetzeslage nicht kennt. Heilpraktiker dürfen keine verschreibungspflichtigen Arzneimittel verordnen, anwenden oder gar herstellen. Es gibt lediglich die Notfallsituation in sehr eingeschränktem Maße. Das ist gegebene Gesetzeslage.)

Während eigentlich nur Ärzte rezeptpflichtige Medikamente verschreiben dürfen, gestattet das Arzneimittelgesetz (AMG) Heilpraktikern bislang die Verabreichung selbst hergestellter rezeptpflichtiger Arzneimittel. 
(Ja, aber nicht verschreibungspflichtige Mittel, sondern z.B. nur die Mischung von zugelassenen und nicht verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.)

Die Herstellung müssen sie jedoch nach Paragraph 67 AMG der zuständigen Behörde anzeigen, sodass die Behörde notfalls die Herstellung untersagen kann. Spahns Gesetzesänderung würde aus der Anzeigepflicht praktisch eine Pflicht machen, zuvor eine Erlaubnis einzuholen.

Der Heilpraktiker aus Brüggen-Bracht hat laut Staatsanwaltschaft Krefeld gegen die Anzeigepflicht verstoßen, doch ist dies nicht strafbewehrt, sondern wird nur als Ordnungswidrigkeit geahndet. 
(Es ist Sache der Staatsanwaltschaft und des Gerichtes zu ermitteln, zu bewerten und zu urteilen.)

Auf Nachfrage von MedWatch ließ ein Sprecher Spahns offen, ob Verstöße gegen die angestrebte Erlaubnispflicht strafbewehrt werden soll, oder ob es nur Ordnungsgelder verhängen will: Der Gesetzentwurf werde derzeit noch erarbeitet. Rezeptfreie Arzneimittel sollen Heilpraktiker nach dem Willen des Bundesgesundheitsministers weiterhin herstellen können.

Helling-Plahr von der FDP reicht dies nicht. „Spahns Vorschlag ist zwar richtig, aber greift viel zu kurz“, sagt sie MedWatch. Auch seien Frischzellentherapien nur eines von vielen Problemen. „Wenn Spahn behauptet, durch ein Verbot die Patientensicherheit spürbar zu verbessern, ist das Augenwischerei“, erklärt die Gesundheitspolitikerin. Patienten, die Opfer von Diagnosefehlern oder Falschbehandlungen werden oder die mit anderen kuriosen Heilsversprechen gelockt werden, sei damit nicht gedient.
(Da kann sie sich aber andere lukrative Felder aussuchen als gerade die Heilpraktiker mit ihrer Verantwortung und ihren Erfolgen)

„Wenn Spahn Patientensicherheit fördern möchte, soll er sich ehrlich machen und eine grundlegende Reform des Heilpraktikerwesens anstreben.“

 Quelle: MedWatch 

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