Heilpraktiker Berufs-Bund


Hier finden Sie wichtige Informationen für Ihren Besuch beim Heilpraktiker

Veranstaltungsorte

Liebe Besucherin, lieber Besucher,

aus vielerlei Gründen wie organisatorische Überlegungen, kostengünstige Kalkulationen und fachlich fundierte, unkomplizierte Beratungen und Informationen halten wir eine zentrale Ausrichtung unseres Verbandes im Interesse der Kollegenschaft für die sinnvollste, auf Erfahrungen aufbauende Lösung.

Diese Grundlagen beachten wir in Ihrem Interesse auch für unser Seminarangebot.

Wir wollen aber unabhängig davon auch immer wieder den regionalen Kontakt suchen. Wir bieten deshalb auch Veranstaltungen, Weiterbildungsinformationen, Kurse und Seminare wechselweise in unterschiedlichen Regionen an.

Unser zentraler Seminarort ist

  • Waldeck/Hessen-Edersee. www.waldeck.nordhessen.de und www.waldeck-stadt.de
  • Ein Besuch hier im wunderschönem Waldecker Land am Edersee und weiteren Seen im Einzugsbereich lohnt sich schon für das, was diese Region zu bieten hat. Eine Kursus- und Seminarteilnahme im erholsamen Umfeld.

In Einzelfällen auch in Korbach/Hessen in unmittelbarer Nähe von Waldeck.

Die weiteren Seminarorte entnehmen Sie bitte unter dem jeweiligen Seminarangebot.

Bei Fragen melden Sie sich einfach!

 

Drucken

Berufsordnung - BOH

Anmerkung:

Die Berufsordnung wurde von den Heilpraktikerbundesverbänden BDH - FDH - FH - FVDH - UDH - VDH erarbeitet und beschlossen. Diese Berufsordnung stellt jedoch keinen Alleinanspruch der Autoren dar. Sie ist auch Grundlage des "HBB", zumal dessen Vorsitzender Bernd Schmidt als damaliger Gründer und Vorsitzender einer anderen Heilpraktikerorganisation an der Ausarbeitung wesentlichen Anteil hat.

Sie wurde von den einzelnen Verbänden als Satzungsbestandteil beschlossen. Aufgrund Änderung von rechtlichen Grundlagen erfolgte 2007 eine Anpassung an dieselben und eine redaktionelle Überarbeitung. Sie stellt, soweit keine Gesetze, Verordnungen sowie die einschlägige Rechtsprechung angesprochen werden, kein verbindliches Recht dar und unterliegt somit den Satzungs­be­stim­mun­gen entsprechend dem Vereinsrecht.

Eine grundsätzliche und allgemeine Rechts­ver­bind­lichkeit kann hieraus nicht abgeleitet werden.

Artikel 1 - Berufsgrundsätze

1. Heilpraktiker dienen der Gesundheit des einzelnen Menschen sowie der gesamten Bevölkerung. Sie üben ihre berufliche Tätigkeit nach bestem Wissen und Gewissen sowie nach den Erfahrungen der heiIkundlichen Überlieferungen und dem jeweiligen Erkenntnisstand der Heilkunde aus. Heilpraktiker haben den hohen ethischen Anforderungen ihres freien Heilberufs gerecht zu werden und alles zu vermeiden, was dem Ansehen des Berufsstandes schaden könnte.

2. Heilpraktiker üben einen freien Beruf aus und behandeln ihre Patienten eigenverantwortlich. Sie müssen in ihrer namentlichen Eigenverantwortlichkeit auf Schildern und Schriftstücken stets für den Patienten erkennbar sein.

Artikel 2 - Berufspflichten

1. Heilpraktiker verpflichten sich, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben. Bei ihren Pa­tien­ten wenden sie stets solche Heilmethoden an, die nach ihrer Überzeugung möglichst einfach und kostengünstig zu einem Heilerfolg oder zur Linderung der Krankheit führen können.

2. Heilpraktiker sind verpflichtet, sich über die für die Berufsausübung geltenden Vorschriften zu unterrichten und sie zu beachten (HPG, HWG, UWG, IfSG sowie die relevanten länderrechtlichen Vorschriften). Soweit ihnen gesetzlich die Unter­suchung oder Behandlung einzelner Leiden und Krankheiten sowie andere Tätigkeiten untersagt sind, sind diese Beschränkungen unbedingt zu beachten.

3. Heilpraktiker sind in der Ausübung ihres Berufes frei. Sie können eine Behandlung ab­lehnen. Die Verpflichtung in Notfällen zu helfen, bleibt davon unberührt (BGB).

4. Heilpraktiker dürfen laut HWG für Fernbehandlungen nicht werben. Bei einer Durchführung könnte sich ein Verstoß gegen die medizinische Sorgfaltspflicht ergeben. Eine Fernbehandlung liegt u.a. dann vor, wenn Heilpraktiker den Kranken nie gesehen noch untersucht haben. Es entspricht ebenso nicht der medizinischen Sorgfaltspflicht Diagnosen zu stellen und Arzneimittel oder Heilverfahren zu empfehlen, wenn ausschließlich die Ergebnisse von eingesandtem Unter­suchungs­material wie Blut, Urin oder andere Unterlagen zur Verfügung stehen.

5. In allen die Öffentlichkeit berührenden Standesfragen gelten die ethischen Grundsätze der Wahrung von Achtung, Sorgfalt, Takt und Zurückhaltung.

Artikel 3 – Schweigepflicht nach BGB

1. Heilpraktiker sind verpflichtet, über alles Schweigen zu bewahren, was ihnen bei der Ausübung ihres Berufes anvertraut oder zugänglich gemacht wird. Im Gegensatz zur ärztlichen Schweigepflicht haben Heilpraktiker kein Zeugnisverweigerungsrecht.

2. Heilpraktiker haben ihre Helfer, Praktikanten und Assistenten, über die Pflicht zur Ver­schwiegenheit zu belehren und dies in schriftlicher Form festzuhalten.

3. Heilpraktiker haben die Verpflichtung zur Verschwiegenheit auch gegenüber ihren Familienangehörigen zu beachten.

4. Heilpraktiker dürfen vertrauliche Patientendaten nur dann weiter geben, wenn die Pa­tien­ten sie von der Schweigepflicht entbunden haben. Dies gilt auch gegenüber den Angehörigen eines Patienten, wenn nicht die Art der Erkrankung oder die Behandlung eine Mitteilung notwendig macht.

5. Auskünfte über den Gesundheitszustand eines Arbeitnehmers an seinen Arbeit­geber dürfen nur mit Zustimmung des Arbeitnehmers erfolgen.

6. Notwendige Auskünfte an Krankenversicherungen müssen nach bestem Wissen und Gewissen gegeben werden.

Anmerkung: Eine Schweigepflicht besteht in diesem Fall nicht, da Versicherte bei Versicherungsbeginn grundsätzlich ihre Behandler von der Schweigepflicht entbunden haben.

(Neue Anmerkung seitens der Readaktion HBB: Diese Aussage entspricht nicht mehr der grundsätzlichen Rechtsprechung. Der Patient bzw. Versicherte kann offensichtlich verlangen, vor jeder Rückfrage erst befragt zu werden.)

Artikel 4 - Aufklärungs-, Dokumentations- und Sorgfaltspflicht

1. Heilpraktiker stellen ihr ganzes Wissen und Können in den Dienst ihres Berufes und wenden jede mögliche Sorgfalt bei der Betreuung ihrer Patienten an.

2. Patienten sind über die Art ihrer Erkrankung sowie über die voraussichtliche Dauer der Behandlung nach bestem Wissen aufzuklären. Dabei entscheiden die behandelnden Heilpraktiker unter Berücksichtigung des körperlichen und seelischen Zustandes der Patienten nach ihrer Erfahrung, inwieweit die Patienten über ihren derzeitigen Zustand aufzuklären sind.

3. Patienten müssen bei einer vorgesehenen Behandlung auf mögliche Risiken aufmerksam gemacht werden.

4. Es wird dringend empfohlen, schon aus Rechtssituationsgründen alle Daten einer Be­handlung zu dokumentieren. Dies gilt insbesondere unter den Prämissen einer möglichen Beweislastumkehr im Einzelfall. Danach könnte in Rechtsfällen dem The­ra­peu­ten eine mangelhafte Dokumentation seiner Behandlung bei umstrittenen Fakten, stets zum Nachteil ausgelegt werden.

5. Im Rahmen der wirtschaftlichen Aufklärungspflicht sind die Patienten nach bestem Wis­sen und Gewissen über die voraussichtlich entstehenden ungefähren Behand­lungs­kosten zu unterrichten. (Siehe auch Artikel 2, Abs. 1)

6. Heilpraktiker haben sich stets ihrer erworbenen Fähigkeiten sowie den Grenzen ihres Wissens und Könnens bewusst zu sein. In diesem Zusammenhang wird auf das Urteil des Bundesgerichtshofes vom 29.01.1991 verwiesen (BGH VI ZR 206/90). Das diagnostische und therapeutische Handeln hat sich an diesen Grenzen zu orientieren.

Aus dem Urteil des BGH:
Sinngemäße Aussagen: Heilpraktiker müssen die Voraussetzungen fachgemäßer Behandlungen kennen und beachten. Solange kein ausreichendes medizinisches Fachwissen und Können erworben wurde, dürfen keine Methoden angewendet werden, deren Indikationsstellungen oder Risiken sonst eine medizinisch-wissenschaftliche Ausbildung erfordern. Danach sind Heilpraktiker verpflichtet, sich eine ausreichende Sachkunde über die von ihnen angewendeten Behandlungsweisen, einschließlich ihrer Risiken, vor allem die richtigen Techniken für deren gefahrlose Anwendung anzueignen.

Wörtliches Zitat
„Darüber hinaus ist er selbstverständlich auch verpflichtet, sich über die Fortschritte der Heilkunde und auch anderweitig gewonnene Erkenntnisse von Nutzen und Risiken der von ihm angewendeten Heilverfahren zu informieren“ (Grundsatzurteil Bundesgerichtshof v. 29.01.1991)

7. In Fällen, in denen eine Spezialuntersuchung, eine Operation oder eine sonstige therapeutische Maßnahme erforderlich ist, die vom Heilpraktiker nicht selbst vorgenommen werden kann, sollte rechtzeitig mit allem Nachdruck auf die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme hingewiesen werden.

8. Führt auch ein neuer und eindringlicher Hinweis an den Patienten und dessen Ange­hörige nicht zum Ziel, so kann die Ablehnung der Behandlung bzw. Weiterbehandlung geboten sein. Dieser Vorgang sollte im Rahmen der Dokumentationspflicht schriftlich festgehalten werden.

9. Heilungsversprechen sind gesetzlich untersagt (HWG/UWG).

10. Die Ausstellung von Attesten ohne vorgenommene Untersuchung ist nicht zulässig (StgB. - Strafrecht).

11. In Bescheinigungen und Befundberichten haben Heilpraktiker ihrer fachlichen Überzeugung gewissenhaft Ausdruck zu verleihen.

12. Im Rahmen einer möglichen gutachterlichen Tätigkeit für Gerichte, private Kran­ken­versicherungen, Beihilfestellen oder andere Institutionen haben sich Heilpraktiker in ihren gutachterlichen Aussagen ausschließlich auf die sachliche Beurteilung der je­weiligen Behandlung zu beschränken.

Artikel 5 Weiterbildungspflicht

1. Heilpraktiker sind zur ständigen Weiterbildung in den von ihnen ausgeübten Disziplinen verpflichtet (BOH Art.4. Abs. 6 - BGH VI ZR 206/90. Danach beruht die Weiter­bil­dungs­pflicht auf einer höchstrichterlichen Rechtsprechung und verpflichtet Heil­praktiker, „sich über die Fortschritte der Heilkunde und auch über anderweitig gewonnene Erkenntnisse von Nutzen und Risiken der von ihnen angewendeten Heilverfahren fortlaufend zu unterrichten“)

2. Die Berufsorganisationen und ihre Beauftragten bieten nach ihren Satzungen fachlich qualifizierte Weiterbildungen an. Sie geben dazu Nachweise aus.

Artikel 6 Praxisort

1. Heilpraktiker üben in der Regel ihre Tätigkeit am Ort ihrer Niederlassung aus. Haus­be­suche sind jederzeit möglich. Es ist nicht zulässig, Patienten in Sammelbestellungen oder einzeln an einen anderen Ort als den der Niederlassung zur Behandlung zu bestellen. (HPG)

2. Der Betrieb einer Zweigpraxis ist möglich.

3. Eine Änderung des Niederlassungsortes sollte unverzüglich unter Angabe der neuen Anschrift den zuständigen Behörden sowie dem zuständigen Berufsverband mitgeteilt werden.

Artikel 7 Praxisräume

1. Die Praxisräume müssen stets den gesetzlichen und hygienischen Anforderungen entsprechen. (Infektionsschutzgesetz)

2. Die Praxisräume sollten dabei so gestaltet sein, dass die Vertraulichkeit der Ge­spräche und Behandlungen gewährleistet ist.

Artikel 8 Werbung

1. Heilpraktiker unterliegen keinem generellen gesetzlich normierten Werbeverbot. Sie sollten sich jedoch gemäß ihrem Berufsbild Selbstbeschränkungen auferlegen. Alle Veröffentlichungen sollten sich daher immer auf sachliche und berufsbezogene Informationen beschränken.

2. Jede anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung verstößt gegen die Bestimmungen des „Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb – UWG -“ und des Gesetzes über die „Werbung auf dem Gebiete des HeiIwesens – HWG - ”( s. Anhang) und ist darüber hinaus auch standesunwürdig.

3. Insgesamt ist immer das HWG und das UWG sowie die laufende einschlägige Rechtsprechung zu beobachten und zu berücksichtigen. In Zweifelsfällen stehen alle Berufsverbände für Auskünfte zur Verfügung.

4. Insbesondere sollte eine Mitwirkung von Heilpraktikern an aufklärenden Ver­öffent­lichungen medizinischen Inhaltes in Medien oder Vorträgen stets so erfolgen, dass sich diese Mitwirkung auf die Vermittlung sachlicher Informationen erstreckt (UWG/HWG).

5. Bei jeder unzulässigen Werbung, die ohne Kenntnis oder Mitwirkung der Heilpraktiker erfolgt ist, besteht die Verpflichtung, auf eine Richtigstellung oder Unterlassung hinzuwirken. Folgende Werbeaktionen sollten aus ethischen und berufsständischen Gründen nicht erfolgen:

  • Verbreiten von Werbematerial wie Flyern in Postwurfsendungen und Mailingaktionen o.ä.
  • Eigene Zeitungsbeilagen
  • Plakatierungen z.B. in Supermärkten
  • Trikotwerbung, Bandenwerbung
  • Werbung auf Kraftfahrzeugen Folgende Informationsmöglichkeiten sind u.a. nicht zu beanstanden:
  • Flyer, Patientenbroschüren oder andere Hinweise und Informationen über den eigenen Tätigkeitsbereich zur Auslage im Wartezimmer
  • Tage der offenen Tür zu veranstalten (Auf die nicht eindeutige rechtliche Auslegung des HWG muss ausdrücklich verwiesen werden).
  • Hinweise auf Ortstafeln, in kostenlos verteilten Stadtplänen, Info-Broschüren und in Bürgerinformationsstellen.

Artikel 9 Praxisschilder

1. Die Art und Größe von Praxisschildern ist nicht gesetzlich geregelt. Sie sollten jedoch in Größe und Gestaltung unaufdringlich sein und den Hinweisen in Artikel 8 entsprechen. Die Angabe des Namens sowie der Berufsbezeichnung Heilpraktiker/in ist zwingend (HPG-UWG). Für zusätzliche Angaben sind außerdem die einschränkenden gesetzlichen Bestimmungen, insbesondere des HWG und des UWG zu beachten. Zusätzliche Angaben sollten sich auf Sprechzeiten, Telefonnummern und Methoden, für welche die entsprechenden Qualifikationen vorhanden sind, beschränken.

2. Bei der Gestaltung des Praxisschildes ist darauf zu achten, dass keine irreführenden Bezeichnungen, wie beispielsweise „Zentrum“, „Institut“ oder „Tagesklinik“ verwendet werden, wenn die Praxis in Ausstattung, Methodenangebot und Personalstärke einer solchen Einrichtung nicht entspricht.

Artikel 10 Drucksachen und Stempel

Für Drucksachen und Stempel gelten sinngemäß die Angaben in Artikel 8 und 9. Artikel 11 Eintragung in Verzeichnisse und Sonderverzeichnisse Für die Eintragung in Verzeichnisse gelten sinngemäß Artikel 8 und 9.

Artikel 12 Inserate

1. Für den Anlass und die Größe von Insertionen bestehen keine gesetzlichen Vor­schriften.

2. Jede anpreisende und reißerische Werbung ist als standesunwürdig anzusehen.

3. Insbesondere sind hier die Bestimmungen des HWG sowie des UWG zu beachten.

4. Auf die Artikel 8 und 9 wird sinngemäß verwiesen.

Artikel 13 Besondere Bezeichnungen

1. Heilpraktiker benutzen keine anderen Zusatzbezeichnungen, die sie gegenüber ihren Standeskollegen wettbewerbswidrig hervorheben. Neben der Berufsbezeichnung „Heil­­praktiker/in“ dürfen keine Bezeichnungen wie beispielsweise, „Akupunkteur“, „Chiro­praktiker“, „Homöopath“, „Psychologe“, „Psychotherapeut“, „Osteopath“ u.a. ge­führt werden, da durch diese Koppelung der Eindruck einer ebenfalls gesetzlich und/oder behördlich genehmigten Berufsausübung bzw. Berufsbezeichnung wie der des Heilpraktikers entsteht (UWG/HWG).

2. Im beruflichen Umfeld dürfen akademische Grade und Titel nur in Verbindung mit der Fakultätsbezeichnung verwendet werden.

3. Die Führung von ausländischen akademischen Graden, Titeln und anderen Be­zeich­nungen unterliegt den jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften. Sie sind so zu führen, dass ihre ausländische Herkunft erkennbar ist.

Artikel 14 Krankenbesuche

1. Bei Krankenbesuchen muß jeder Patient in seiner Wohnung oder dem vorübergehenden Aufenthaltsort behandelt werden (HPG).


2. Patienten in Kliniken, Kurheimen usw. können nur mit vorherigem Einverständnis des leitenden Arztes oder Heilpraktikers beraten, untersucht und behandelt werden (BGB Hausrecht - Sorgfaltspflicht).

Artikel 15 Heilpraktiker und Arzneimittel

1. Die Herstellung sowie der Verkauf von Arzneimitteln oder sonstiger Präparate unterliegt den gesetzlichen Bestimmungen (AMG).

Artikel 16 Verordnung von Arzneimitteln, Provisionen, Rabatte

1. Eine Verbandszugehörigkeit sollte auf Rezepten, Rechnungen u. a. durch Abdruck des Mitgliedsstempels kenntlich gemacht werden.

2. Heilpraktiker lassen sich für die Verordnung oder Empfehlung von Arzneimitteln, medizinischen Geräten usw. keine Vergütung oder sonstige Vergünstigungen gewähren (AMG).

3. Patienten dürfen nicht ohne hinreichenden Grund an bestimmte Apotheken verwiesen werden (Apothekengesetz).

Artikel 17 Haftpflicht

1. Heilpraktiker verpflichten sich zum Abschluss einer ausreichenden Berufs­haftpflicht­versicherung. Der Abschluss einer zusätzlichen Strafrechtsschutzversicherung wird empfohlen.

2. Im eigenen Interesse sollten Heilpraktiker beim Eintritt von Personenschäden und vor der Einleitung von Strafverfahren und Schadenersatzansprüchen unverzüglich ihrem Berufsverband und Ihrer Berufshaftpflichtversicherung (Verpflichtung!) Mitteilung machen. Alle erforderlichen Angaben sind dabei lückenlos und in aller Offenheit darzulegen.

Artikel 18 Meldepflicht

1. Heilpraktiker haben ihre Praxisaufnahme nach den jeweils geltenden gesetzlichen Vorschriften anzuzeigen, wie: Gesundheits- bzw. Ordnungsamt, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Finanzamt.

Artikel 19 Beschäftigung von Hilfskräften

1. Werden in der Praxis Angestellte, wie z.B. Assistenten, Sprechstundenhilfen oder Rei­nigungspersonal beschäftigt, so sind die für Beschäftigungsverhältnisse geltenden Vor­schriften zu beachten (Berufsgenossenschaft-Finanzamt-Krankenversicherung).

Artikel 20 Berufsinsignien

1. Heilpraktiker erhalten von ihrer Standesorganisation einen Berufsausweis sowie einen Mitgliedsstempel. Beide bleiben Eigentum des ausgebenden Verbandes und müssen bei Beendigung der Mitgliedschaft zurückgegeben werden. Unberechtigter Besitz und Gebrauch werden gerichtlich verfolgt. Die Berufsinsignien werden nur an Heilpraktiker ausgegeben.

2. Der Berufsausweis dient dazu, sich bei Behörden und in entsprechenden Situationen als Heilpraktiker/in ausweisen zu können.

3. Ausweis und Stempel müssen die Mitgliedsnummer und den Namen des Verbandes (Berufsorganisation) enthalten. Weitere Vorschriften über die Vergabe usw. sind den jeweiligen Verbandsstatuten zu entnehmen.

Artikel 21 Berufsaufsicht

1. Heilpraktiker unterstellen sich im Interesse des Berufsstandes der Berufsaufsicht ihres Berufsverbandes.

2. Es liegt im eigenen Interesse der Heilpraktiker von ihrem Berufsverband erbetene Auskünfte über ihre Praxistätigkeit wahrheitsgemäß zu erteilen.

  • den gewählten Vertretern ihrer Berufsorganisation bzw. deren autorisierten Beauf­tragten zu ermöglichen, sich ggf. über eine geordnete Berufstätigkeit an Ort und Stelle zu informieren
  • notwendigen Anordnungen ihres Verbandes nachzukommen wobei gegen An­ordnungen, die nach Ansicht des Mitgliedes nicht gerechtfertigt sind, entsprechend der Satzung des zuständigen Verbandes Einspruch erhoben werden kann.
  • bei Ausübung spezieller Behandlungsmethoden wie Akupunktur, Chiropraktik, Neu­raltherapie, Injektions- und Infusionstechniken, Osteopathie o.ä., die besondere Kenntnisse und Fähigkeiten erfordern, im Bedarfsfall die entsprechende Befähigung nachzuweisen.

Artikel 22 Standesdisziplin

1. Heilpraktiker verpflichten sich grundsätzlich zur Standesdisziplin. Kollegen begegnen sich stets mit Achtung und Kollegialität.

2. Herabsetzende Äußerungen über die Person, die Behandlungsweise oder das berufliche Können von Angehörigen der Heilberufe sind zu unterlassen.

Artikel 23 Hinzuziehung eines zweiten Heilpraktikers

1. Falls vom Patienten oder dessen Angehörigen gewünscht oder wenn behandelnde Heilpraktiker unter Zustimmung des Kranken oder der Angehörigen dies für erforderlich halten, können weitere Heilpraktiker zur gemeinsamen Beratung und Behandlung zugezogen werden.

2. Von hinzugezogenen Heilpraktikern darf lediglich die Untersuchung durchgeführt werden. Weitere Behandlungen von hinzu gezogenen Kollegen sollten nur erfolgen, wenn der Patient selbst, seine Angehörigen oder der bisher behandelnde Heilpraktiker im Einvernehmen mit dem Patienten diese Tätigkeit weiterhin wünscht.

Artikel 24 Vertrauliche Beratung

1. Der Meinungsaustausch und die Beratung von mehreren zugezogenen Heilpraktikern müssen vertraulich bleiben und dürfen nicht in Gegenwart des Patienten stattfinden. Die Angehörigen sollten bei der Beratung nicht zugegen sein.

2. Das Ergebnis der gemeinsamen Beratung soll dem Patienten in der Regel vom behandelnden Heilpraktiker mitgeteilt werden. Artikel 25 Zuweisung gegen Entgelt Die Zuweisung von Patienten gegen Entgelt ist standeswidrig (Arztrecht-Vertragsrecht).

Artikel 26 Vertretung

Heilpraktiker sollten bei vorübergehender oder andauernder Verhinderung dafür sorgen, dass die notwendige Weiterbehandlung von Patienten in dringenden Krankheitsfällen sicher gestellt ist.

Artikel 27 Verstöße gegen die Berufsordnung

1. Verstöße gegen die Berufsordnung können im Wege eines satzungsgemäßen Ver­fah­rens geahndet werden. Vorher sollte jedoch immer der Versuch einer kollegialen Be­reinigung durch die zuständigen Berufsvertreter unternommen werden.

2. In einem solchen Verfahren kann auch darüber entschieden werden, ob ein Heil­prak­tiker im Interesse des Standes aus dem Verband aus zu schließen Ist.

3. Die Bestimmungen des Heilpraktikergesetzes vom 17.2.1939 sowie der Durch­füh­rungsverordnungen und anderer gesetzlicher Regularien werden durch die BOH nicht berührt.

 

Drucken

Der Heilpraktiker - Berufsbild

Berufsbild der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker

Das Berufsbild ist eine gemeinsame Ausarbeitung von Heilpraktikerbundesverbänden. An der Ausarbeitung hat der Vorsitzende des "HBB", Bernd Schmidt, seinerzeit in seiner damaligen Eigenschaft als Gründer und Vorsitzender einer anderen Heilpraktikerorganisation, wesentlichen Anteil. Ein derartiges Berufsbild kann selbstverständlich nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben und auch nicht alle Aspekte und Besonderheiten unseres Berufes in seiner Vielseitigkeit, mit seiner großen Spannbreite wiederspiegeln. Es gibt jedoch einen kleinen Einblick in die Entwicklung und den Anspruch unseres Berufes.

Dieses Berufsbild ist eine entscheidende Grundlage für die Tätigkeit des HBB.

Der Heilpraktiker
Der Heilpraktiker übt die Heilkunde berufsmäßig und eigenverantwortlich aus. Seine Tätigkeit zur Feststellung, Linderung und Heilung von Krankheiten gründet auf Vorstellungen und Verfahren aus der Tradition der Naturheilkunde, die in Diagnostik und Therapie zu allen Zeiten nach dem Ganzheitsprinzip vorging, weil sie sich an den Gesetzmäßigkeiten der Natur auch der inneren Natur des Menschen orientierte. Damit ist die Naturheilkunde des Heilpraktikers grundsätzlich unabhängig von Zeitströmungen, Systemzwängen oder dem jeweils herrschenden Wissenschaftsbild, wiewohl der Heilpraktiker wissenschaftlich gesicherte Forschungsergebnisse und Erkenntnisse in seiner Tätigkeit selbstverständlich berücksichtigt.

Die Heilkunde des Heilpraktikers
Die Naturheilkunde basiert auf einem Naturbegriff, der sich in der Tatsache des Lebens äußert. Die möglichst vollkommene Erhaltung des Lebens durch sich selbst organisierende Systeme und Ordnungsprinzipien scheint dem Heilpraktiker das Endziel der Schöpfung zu sein. Der Respekt vor diesen als sinnvoll anerkannten Gesamtzusammenhängen bestimmen sein Denken und Handeln.

Er sieht die wahrnehmbaren Veränderungen bei seinen Patienten als Ausdruck wechselnder äußerer und innerer Bedingungen und Ursachen und versucht, diese ganzheitlich in ihren Gesamtzusammenhängen zu erfassen, sie nach den Kriterien seines naturheilkundlichen Modells zu bewerten und zu ordnen.

Er wird den Patienten im Sinne der Ordnungstherapie über die Zusammenhänge seines Leidens aufklären, dessen Erkenntnis hierüber fördern und ihn nach dem naturheilkundlichen Modell (lege artis) therapieren. Gesundheit ist für den Heilpraktiker die Bewahrung der Integrität einer Persönlichkeit in seiner Geist-Körper-Seele-Einheit.

Die Selbstheilungskräfte sind keine speziellen oder spezifischen Kräfte, sondern Ausdruck der allgemeinen Heilkraft der Natur, die in der Lebenskraft einer Persönlichkeit begründet sind. Die Lebenskraft ist das Wirken eines mehr oder weniger einverständlichen und harmonischen Zusammenspiels aller organischen Strukturen, Funktionen, Energien, Informationen, geistiger und seelischer Kräfte.

Im Gegensatz zur eindeutig bestimmbaren Quantität ist die Lebenskraft ein Qualitätsbegriff. Deren Eigenschaften lassen sich nur durch das Verhalten einer Gesamtpersönlichkeit beurteilen. Ein ganzheitliches System besitzt grundsätzlich Funktionseigenschaften, die keines seiner Teile besitzt und die nur durch die Vernetzung seiner Elemente und Elementarprozesse erklärbar sind. Die Stabilität und Integrität eines biologisch ganzheitlichen Systems ist so geschützt und abgesichert, daß eine Ursache allein diese in der Regel nicht zu stören vermag.

Hierzu bedarf es eines gewissen Komplexes und Spektrums von verursachenden und störenden Bedingungen, die von dem ganzheitlichen System nicht mehr kompensiert werden können und zu Störungen der Gesundheit und Krankheit führen. Die Naturheiltherapie zielt deshalb darauf ab, durch die Beseitigung der Bedingungen, die eine Krankheit hervorrufen, unterhalten und fördern, dem gestörten biologischen System die Möglichkeit zu geben, durch Selbstorganisation die Gesundheit wiederherzustellen. Der Heilpraktiker stellt deshalb nicht nur die Krankheit als einen objektiven Tatbestand fest, sondern richtet sein Augenmerk auch auf die Gesamtperson des Kranken, die für die Erkenntnisse über den Krankheitsverlauf auch prognostisch in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt.

Neben anamnestischen und klinischen Daten zieht der Heilpraktiker zur Erkenntnisgewinnung der gestörten Integrität eines Kranken deshalb die Beurteilung von Konstitution, Temperament, Disposition und Diathese mit heran. Dabei kommen die typischen qualitativ beurteilenden naturheilkundlichen Diagnoseverfahren, wie z.B. die Augendiagnose, die Pulsdiagnose, oder auch bioenergetische Verfahren zum Einsatz. Seine daraus folgenden therapeutischen Überlegungen zielen auf das Begünstigen der Selbstheilungskräfte zu einem natürlichen Heilverlauf,

  • ob es um eine Entlastung und Entgiftung des Organismus durch Aus und Ableitungsmethoden geht,
  • ob es durch Simulieren von Störungen, die durch Übung zu einer verbesserten Anpassung konditionieren sollen, geschieht, wie in der Homöopathie oder Hydrotherapie,
  • ob es durch gezielte Erregung von Kompensationssystemen geschieht, wie in der Humoralpathologie und Physiotherapie,
  • ob mit der Behandlung durch eine ähnlich biologische Systematik auf die ebenso biologischen Entsprechungen und Ähnlichkeiten im Menschen abgezielt wird, wie es über die reine Stofflichkeit hinaus bei der Phytotherapie, Biochemie und Spagyrik geschieht,
  • ob eine Schonung der Systeme das Ziel der Therapie ist, wie bei einer speziellen Diät oder Lebensweise,
  • ob es um die nach einer Konstitutionsdiagnose erkannten Möglichkeiten in bezug auf die Entwicklung potentieller genetischer Möglichkeiten geht, wie in der Verhaltens-, Sozio- oder Psychotherapie, oder
  • ob es um die vielen weiteren Formen der Anwendung regulatorisch-naturheilkundlicher Therapie- und Arzneianwendungen mineralischer, pflanzlicher oder tierischer Herkunft geht.

Der Heilpraktiker regt bei seiner Behandlung stets die natürlichen Selbstheilungskräfte an. Der Vielfältigkeit neuer diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten, die diesem Ziel dienen, und Eingang in das Behandlungsspektrum des Heilpraktikers finden können, sind auch in der Zukunft keine Grenzen gesetzt. Entscheidend ist allein, ob Verfahren der Theorie der Naturheilkunde entsprechen und "lege artis" nach den Regeln der Kunst angewendet werden können.

Das Verhältnis zum Patienten
Da der Kranke in seiner ganzheitlichen Persönlichkeit im Mittelpunkt naturheilkundlicher Erwägungen steht, ergibt sich zwischen Heilpraktiker und Patient ein Verhältnis, das von gegenseitiger Achtung und gegenseitigem Respekt geprägt ist. Der Heilpraktiker sieht sich weniger als Fachautorität für Krankheitsreparatur, vielmehr als Mitmensch des Hilfesuchenden.

Der Heilpraktiker geht davon aus, daß der Patient, der zu ihm findet, wesentliche Merkmale seiner Krankheit mitbringt:
Erscheinung, Gang, Gestik, Sprache, Dynamik, Geruch und natürlich die berichteten Symptome des Befindens.

Der Heilpraktiker öffnet sich dem Patienten, nimmt ihn an, hört ihm zu. Er verknüpft und strukturiert seine Beobachtungen und das Berichtete mit seinen Erfahrungsmustern, um einerseits daraus sein therapeutisches Vorgehen abzuleiten und andererseits den Patienten über die Zusammenhänge seiner Probleme aufzuklären sowie für eine aktive und mitverantwortliche Unterstützung bei den therapeutischen Bemühungen zu gewinnen.

Das Verhalten des Heilpraktikers seinem Patienten gegenüber ist von fachlichem und mitmenschlichem Engagement geprägt mit dem Ziel, den Patienten zu ebensolchem Engagement anzuregen für eine gesunde, vernünftige und den erkannten Krankheiten, Konstitutionsschwächen angemessene Lebensführung im Sinne einer Ordnungstherapie.

In einem durch langjährige Erfahrungen entstandenen Vertrauen ist es das Ziel des Heilpraktikers ein so persönliches Verhältnis zu seinem Patienten aufzubauen und ihn so genau kennenzulernen, daß er der Verantwortung, bei allen Problemen gestörter Integrität, Ratgeber sein zu können, guten Gewissens gerecht wird. Der Heilpraktiker empfindet sich als geeigneter Ansprechpartner und sinnvolle Ergänzung eines aufgeklärten und für seine Gesundheit mitverantwortlichen Bürgers in unserer Gesellschaft.

Aufgaben
Der Heilpraktiker hat in erster Linie die Aufgabe, die individuellen gesundheitlichen Bedürfnisse der Bürger, über das Angebot der offiziellen medizinischen Bedarfsdeckung des Gesundheitswesens hinaus, ergänzend und alternativ zu erfüllen. Damit erfüllt er auch eine gesellschaftliche Aufgabe: Er verhindert in den ihm eigenen Bereichen gesundheitlicher Versorgung eine unserer demokratisch pluralistischen Gesellschaft unangemessene Monopolstellung der institutionalisierten Medizin und bildet praktisch eine Regulativfunktion, in dem durch sein Wirken nicht nur die Therapiefreiheit sinnvoll gewahrt wird, sondern auch die Wahlfreiheit des Bürgers nach einem von ihm persönlich bevorzugten Therapeuten.

Diese soziologische Funktion erfüllt der Heilpraktiker als eigenständiger Behandler unabhängig davon, ob einige seiner Therapien die wissenschaftliche Anerkennung erlangen und/oder Eingang in die allgemeine Medizin finden. Außerdem vervollständigt er das Spektrum naturheilkundlicher Verfahren über evtl. auch von der wissenschaftlichen Medizin übernommener Methoden hinaus und leistet mit diesem Angebot wiederum einen unverzichtbaren Beitrag zur Therapiefreiheit und Therapievielfalt.

Darüber hinaus erfüllt der Heilpraktiker durch seine ihm eigene Art der Heilkunde auch Aufgaben für die Volksgesundheit, in dem er seine Patienten grundsätzlich zu einer gesunden Lebensweise, speziell im Bereich der Ernährung, anhält. Weiterhin ist ihm, besonders in Zeiten wissenschaftlichen Dogmatismus der Medizin, die Aufgabe zugefallen, Bewahrer der traditionellen und reinen Naturheilkunde zu sein.

Der Heilpraktiker hat die Pflege der Tradition dieses wichtigen Kulturgutes unseres Volkes übernommen und hält dieses bis auf den heutigen Tag in Theorie und Praxis lebendig, besonders in Bereichen, die von der offiziellen Medizin dogmatisch verdrängt oder ignoriert werden.

Entwicklung und Geschichte
Schon immer hat es Menschen gegeben, die bei erkrankten Mitmenschen erfolgreicher Hilfe leisten konnten als andere, ein Umstand, den man ihrer natürlichen Heilbegabung zuschrieb. Sie gilt, zusätzlich zu Erlernbarkeit und Können, bis auf den heutigen Tag als wünschenswerte Eigenschaft für den Beruf des Heilpraktikers. Heilkundige mit einer solchen Grundvoraussetzung gab es zu allen Zeiten und in allen Kulturen mit ihrem Weltbild, entsprechend der unterschiedlichen Ausprägung ihres "Medizinischen Modells". In unserem Kulturkreis fußt die Heilkunde, auf die sich der Heilpraktiker bis heute beruft, auf den Säftelehren des griechischen Altertums, die sich im wesentlichen über das Mittelalter bis in die Humoralpathologie der Neuzeit erhalten haben. Dieses Vorstellungsmodell, in das von Beginn an die Pflanzenheilkunde integriert war, erwies sich als äußerst erfolgreich.

Auch wenn es seit der Gründung von Universitäten mit der scholastischen Medizin neben den Heilbehandlern aus dem Volk die Behandlung durch universitäre Ärzte gab, gingen doch beide lange Zeit von gemeinsamen Grundvorstellungen in der Heilkunde aus. Erst mit der Anerkennung der Virchowschen Zellularpathologie im vorigen Jahrhundert gehen akademisch-ärztliche Medizin und Naturheilkundler in ihren Vorstellungen von Krankheit und Gesundheit getrennte Wege.

Als Reaktion auf die neue wissenschaftliche Medizin formierte sich zum Ende des 19. Jahrhunderts auch die empirische Heilkunde neu mit dem Gebot, in ihren Heilweisen den Weg der Natur nachzuvollziehen, möglichst natürlich zu behandeln, auf jeden Fall aber nicht zu schaden. Diese Heilkunde speiste sich aus 3 Quellen:

  1. der geistig-philosophischen Bewegung des ausgehenden 18. Jahrhunderts
  2. der volksmedizinischen Bewegung zu Beginn des 19. Jahrhunderts
  3. den Impulsen, die auf antikes Gedankengut zurückgriffen. Die Homöopathie Hahnemanns, die in der wissenschaftlichen Medizin praktisch keinen Stellenwert hatte, wurde von Anfang an von diesen naturheilkundlich orientierten Heilkundigen anerkannt und in ihre heilkundliche Tätigkeit integriert, was ihr wesentlich zu der heutigen Verbreitung und Popularität verhalf.

Für die gesamte Entwicklung seit dem Mittelalter stehen beispielhaft Namen wie:

  • Äbtissin Hildegard von Bingen als namhafteste Vertreterin der Klostermedizin, deren Heilkunde aber auch von tiefer Mystik durchdrungen war.
  • Paracelsus als Vertreter einer universellen und breitgefächerten heilkundlichen Tätigkeit über die Alchemie bis zur Spagyrik.
  • Bauer Vincenz Prießnitz als Begründer der Wasserheilkunde und Erfinder des heute noch hochgeschätzten Prießnitzwickels.
  • Fuhrmann Johann Schroth als Vertreter des Heilfastens und der Diätetik mit seiner Schrothkur.
  • Pfarrer Sebastian Kneipp, der für die Erneuerung und Erweiterung der Wasserheilkunde sowie für eine gesunde Lebensweise steht, u.a. mit seinem Grundlagenwerk "So sollt Ihr leben".
  • Pastor Emanuel Felke, der wegen seiner Lehmbäder den Beinamen "Lehmpastor" erhielt. Ihn kann man in besonderer Weise wegen seiner breitgefächerten naturheilkundlichen Tätigkeit als Vater der Heilpraktiker ansehen. Seine Schwerpunkte lagen auf so heilpraktikertypischen Verfahren wie Augendiagnose, Pflanzenheilkunde und Homöopathie, aus der er erstmalig auch ein Komplexmittelsystem entwickelte.

Von der Antike bis zur Neuzeit waren der freien Ausübung der Heilkunde keinerlei Grenzen gesetzt. In den breiten Bevölkerungskreisen geschah dies überwiegend durch die Heilkundigen aus dem Laienstand. Hierbei wurden die alten Methoden kontinuierlich weiterentwickelt und führten zu den neuen Verfahren des 19. Jahrhunderts. Die Aufhebung der allgemeinen Kurierfreiheit 1851, beendete den bisherigen Rechtszustand, konnte die Weiterentwicklung jedoch nicht entscheidend hemmen. Nach Wiedereinführung der Kurierfreiheit 1869 formierten sich die unterschiedlich orientierten Heilkundigen, wie z.B. Kräuterheiler, Knochenrenker, Homöopathen und Magnetopathen, kontinuierlich zu einem Berufsstand. Gemeinsame Aktivitäten in den aufkommenden Volksgesundheitsbewegungen sowie Gründung von Ausbildungsstätten und Berufsverbänden, waren ein Indiz für die endgültige Formierung eines neuen Berufsstandes.

Das Heilpraktikergesetz von 1939 regelte die weitere Tätigkeit der Heilkundigen mit einer behördlichen Erlaubnis und legte die Berufsbezeichnung HEILPRAKTIKER fest. Die weitere Erlaubniserteilung konnte nur noch in besonders begründeten Ausnahmefällen erworben werden. 1952 wurde diese Einschränkung, die quasi einem Ausbildungs- und Zulassungsverbot gleichkam, als mit dem Grundgesetz nicht vereinbar aufgehoben.

Das Heilpraktikergesetz wurde damit die rechtliche Grundlage für die "Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde ohne als Arzt bestallt zu sein".

Beschlossen am 26. Juli 1995 in Düsseldorf, geändert durch Beschluß am 30. August 1996.

  • Ulrich Sümper BDH
  • Peter A. Zizmann FDH
  • Bernd R. Schmidt FH (Seinerzeit Vorsitzender des "FH")
  • Berthold Mülleneisen FVDH
  • Gerhard Wertsch UDH
  • Ekkehard Scharnick VDH

Drucken

Über uns

Den ständigen Herausforderungen professionell gewachsen sein

Der HBB wirkt entsprechend seiner Satzung als nicht eingetragener Verein für die beruflichen Belange und Interessen der Heilpraktkkerinnen un Heilpraktiker sowie für den Erhalt der natürlichen Heilweisen zum Wohle der Patientinnen und Patienten.

Ursprünglich, als der HBB vor rund 20 Jahren gegründet wurde, wollte er als fairer Ansprechpartner den Wünschen von Kolleginnen und Kollegen entgegenkommen, die sich ausschließlich als passives Mitglied durch die Verbandsmitgliedschaft ausweisen wollten. Dies betraf in besonderer Weise die langjährig erfolgreich praktizierenden Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker. Daraus entstand u.a. die sogenannte "Stempelmitgliedschaft" als ein besonderer Bereich der Gesamtorganisation mit Sonderbeitrag: Nutzung der Verbandsinsignien bei Anerkennung der Ziele des Verbandes.

Auch wenn der Verband aufgrund überverbandlicher Interessen vorübergehend eine "öffentliche Ruhezeit" vollzog, wirkte er im Hintergrund auf berufspolitischer Ebene und es gingen von hier positive Wirkungen aus.  Die berufs- und verbandspolitischen Entwicklungen mit den sich abzeichnenden erheblichen Gefahren für eine weitere erfolgreiche Heilpraktikertätigkeit in Diagnostik und Therapie als wirklich freier Beruf stellten den Verband im Laufe der Jahre vor neue Herausforderungen. Es galt, sich diesen Entwicklungen zu stellen und vollen Einsatz zu zeigen.

Außer der bekannten individuellen und hochqualifizierten Mitgliederbetreuung in allen Fragen steht deshalb das Wirken in Öffentlichkeit und Politik für den Erhalt der Heilpraktikertätigkeit in seiner bewährten Form als freier Beruf an oberster Stelle.

Wenn es um die Gesamtinteressen der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker mit deren freien Berufsausübung zum Wohle der Patienten geht, hält der HBB die Zusammenarbeit mit den unterschiedlichen Berufsorganisationen der Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen für selbstverständlich. Dies im Sinne eines partnerschaftlichen Zusammenwirkens mit regelmäßigem Meinungsaustausch. Für den gemeinsamen Erfolg ist eine konstruktive Zusammenarbeit bei Erhalt der jeweiligen Eigenständigkeit wünschenswert, ohne daß sich die Verbände in einer Einheitsinstitution selbst einengen und hemmen.

Daran hält der Verband fest, auch wenn einige Organisationen und deren Verantwortliche die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben oder eigene Interessen für wichtigerb halten.

Machen Sie doch bei dieser lohnenswerten Aufgabe für Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker und ihre Patienten mit!

Zeichen setzen - Motor sein - Zukunft sichern HBB

Verläßlich

Wir sind Ihr qualifizierter Ansprechpartner in allen Fragen. Hierbei steht die Gemeinschaft im Vordergrund. Unser Leitbild heißt: Für unseren Beruf mit neuem Elan, Ideen, Visionen und Leistung, geprägt aus der Erfahrung, in der veränderten Zeit. Jedoch weiterhin ganz im Sinne der großen Naturheilkundler! Das Berufsbild der Heilpraktiker und unsere Ethikrichtlininen bestimmen unser Handeln.

Als Dienst- und Interessengemeinschaft der Heilpraktiker vertreten wir die Belange der Heilpraktiker, der Naturheilkunde und sind Ansprechpartner der Patienten.  Wir haben  die Aufgabe, zielbewußt, erfolgreich, ehrlich und verläßlich für den Erhalt der Heilpraktikertätigkeit in seiner traditionell bewährten Form zu wirken.

Es gilt, die Tätigkeit der Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker auch zukünftig entsprechend dem Heilpraktikergesetz und seiner Durchführungsverordnung in seiner freien Selbstbestimmung als Freien Beruf zu sichern. Zum Wohle der Patienten und im Sinne einer soliden Gesundheitsversorgung.

Außer unseren in Berufsbild, Ethikrichtlinie, Berufsordnung und Satzung festgehaltenen Zielen und Aufgaben ist es unser besonderes Anliegen als eine Gemeinschaft Bindeglied zu sein.

Wir verbinden langjährige Erfahrung und Professionalität mit Menschlichkeit, Neugierde und Offenheit. Aus der Synthese unseres Erfahrungsschatzes und der Begeisterung resultiert die innovative und berufsständische Ausrichtung.

Ihre Leistungsgemeinschaft mit Erfahrung!
Praxisorientiert - zukunftssichernd - serviceorientiert

VORSTAND

Vorsitzender: Bernd Schmidt, Heilpraktiker

  • Bernd SchmidtKaufmännische Lehrausbildung;  Innen- und Außenorganisation, insbesondere im Versicherungswesen; Betriebsratstätigkeiten Regionalbetriebsrat und Gesamtbetriebsrat.
  • Ab 1973 Vorbereitung Heilpraktikertätigkeit, ab 1974 bei ALH, 1975 Erlaubniserteilung. Ab 1976 erfolgreiche Praxis in Düsseldorf. Dozententätigkeit bei Ausbildungsstätten und für Verbände.
  • 1982 Gründung des Berufs- und Fachverbandes "Freie Heilpraktiker e.V. -FH-", zusammen mit 8 Kolleginnen und Kollegen. Dessen Vorsitzender und Geschäftsführer bis 2009. Unter seiner Führung entwickelte sich der Verband auf nahezu 4.000 Mitglieder und bewirkte wesentliche Entscheidungen in Rechtsverfahren und im politischen Bereich zugunsten und zur Sicherung des Berufsstandes und auch für die Patienten der Heilpraktiker. Im Oktober 2009 nach langer Vorbereitung Rücktritt und Übergabe an einen von ihm geförderten und aufgebauten Nachfolger.
  • Seit 1999 Vorsitzender des "HBB - Heilpraktiker Berufs-Bund". Aktivierung des Verbandes ab 2011 aufgrund verbands- und berufspolitischer Entwicklungen und Erfordernisse sowie der nicht vorhersehbaren negativen Entwicklungen des von ihm aufgebauten Verbandes FH unter dem Nachfolger.
  • War Mitglied der Leitlinienkommission bei der Bundesregierung, stv. Mitglied der Kommission für Standardzulassungen, Mitglied der Gutachter- und Gebührenverzeichniskommission der Heilpraktikerverbände, Mitglied in Gutachterausschüssen bei Bezirksregierungen. Gutachter für Versicherungen und bei Gerichten.
  • In rund 40 Jahren zahlreiche und vielfältige erfolgreiche berufspolitische Initiativen und Aktivitäten für den gesamten Berufsstand.

Stv. Vorsitzende: Irmgard Wenzel, Heilpraktikerin

  • Irmgard WenzelBanklehre, Sekretärin, Verkaufsassistentin Industrie, Management-Assistentin im Großcomputerbereich.
  • Studium der Psychologie und Naturheilkunde. 1984 Heilpraktikererlaubnis. Seit 1985 als Heilpraktikerin tätig, langjährig eigene Praxis in Düsseldorf, seit 2008 in Waldeck/Hessen.
  • Vortrags- und Seminartätigkeit im In- und Ausland  (Psychophysiognomik, Pathophysiognomik, Dr. Bach Blütentherapie, Handdiagnostik/Chirologie, Pentalogie/Numerologie).
  • Mitwirkung in verschiedenen Funk- und Fernsehsendungen. Autorin der Bücher Mit Blüten heilen - Lehrbuch der Handdiagnostik - Horoskop und Bachblüten.
  • 1982 Mitbegründerin und dessen stellvertretende Vorsitzende ab 1987 bis 2011 des "Freie Heilpraktiker e.V." Seit 1999 stellvertende Vorsitzende des Berufs- und Fachverbandes "HBB- Heilpraktiker Berufs-Bund"

Beisitzerin: Astrid Höbener, Heilpraktikerin

  • Astrid Hobener heilpraktikerAbitur, 1981-1987 Jura-Studium Ruhr-Universität Bochum.
  • 1994 Prüfung zur Kosmetikerin. 1993 - 2011 als Kosmetikerin tätig, Schwerpunkt energetisches Arbeiten (Jin Shin Jyutsu, Massagen), Lebens- und Gesundheitsberatung.
  • 2011 Heilpraktikererlaubnis. Seit 2011 in Unna selbständig als Heilpraktikerin.
  • Vortrags- und Seminartätigkeit in Jin Shin Jyutsu.
  • Seit 2011 Vorstandsmitglied Berufs- und Fachverbandes "HBB- Heilpraktiker Berufs-Bund".

Beisitzer: Simon Gilljohann, HeilpraktikerSimon Gilljohann

  • Abitur 2005
  • 2006-2008 Ausbildung Sport und Fitnesskaufmann. Seit 2008 freiberuflich als Fitness und Gesundheitstrainer/ Marketing und Vertriebsberatung (Gesundheitsbranche)
  • 2013 Heilpraktikererlaubnis. Seit 2013 in Leichlingen selbständig als Heilpraktiker
  • Seit 2015 Vorstandsmitglied Berufs- und Fachverband "HBB- Heilpraktiker Berufs-Bund

Das Logo

Ausdruck von Körper, Seele, Geist, Himmel und Erde, Kraft und LeistungNatürlich wird auch gefragt, was unser Logo symbolisieren soll. Als der Verband 2011 nach langer Ruhezeit seine Arbeit wieder aufnahm, galt es ihm ein  Logo für die Außendarstellung zu geben. Gemeinsam mit dem Namen bringt es Symbolkraft und Handeln zum Ausdruck.

Der Name:

H    Heilpraktiker
B    Berufs-
B    Bund

Das Handeln:

H    Helfen
B    Behandeln
B    Bewahren

Gültig gleichermaßen gegenüber den  Patienten und als Leistung des Verbandes.

Symbol und Symbolkraft

Die Pyramide - Griechisch: Pyr (Feuer) und Meso (Mitte)- als Symbol, als Symbolkraft
    
Ausdruck von

  • Körper - Geist - Seele
  • der Ganzheitlichkeit
  • der Verbindung des Irdischen mit dem Himmlischen
  • Feuer, Energie, Spiritualität
  • Sicherheit, Zukunft, Stabilität

Das Dreieck als Symbol 

  • Himmel, Erde, Mensch
  • Vater, Mutter Kind
  • Körper, Seele, Geist

Die Schlange

  • Um das Symbol Pyramide windet sich die Schlange der Hygieia, der antiken Göttin der Gesundheit, einer Tochter des Asklepios, dem Gott der Heilkunst. Die Schlange, die sowohl dem Asklepios wie auch der Hygieia zu eigen ist, steht als ein uraltes Symbol sowohl für die Gesundheit, wie auch für die Heilung von Krankheiten.

Plato sagt: Bild der Vollkommenheit

Und alles gemeinsam:

Ausdruck dessen, was Heilpraktiker sind und vollziehen.

Machen Sie mit und werden MITGLIED!

 

Drucken

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden! Lesen Sie mehr