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RKI-Impfexperte bezweifelt Sinnhaftigkeit von Masernimpfpflicht

Impfpflicht Masern

Berlin – Der Impfexperte des Robert-Koch-Instituts (RKI), Ole Wichmann, hält eine Pflicht zur Impfung gegen Masern nicht für sinnvoll. Bei Masern gebe es vor allem Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sagte Wichmann heute im Bayerischen Rundfunk. „Die großen Impflücken sind eher in höherem Alter.“

Anm. Red.: Lesen Sie auch die gesonderte HBB-Stellungnahme weiter unten in Aktuell

 

Wichmann forderte Krankenkassen und Ärzte auf, zu den Vorsorgeuntersuchungen für Jugendliche (J-Untersuchungen) gezielt einzuladen. Bevor eine Impfpflicht eingeführt werde, „sollten wir erst einmal versuchen, andere Sachen zu optimieren“.

Der Chef der Impfprävention am RKI verwies zudem darauf, dass es auch andere Krank­heiten gebe, wo eine höhere Impfquote wünschenswert wäre. So liege die Impfquote zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen gerade einmal bei 40 Prozent. Diese Impfung könne vor Krebs schützen. „Hier haben wir ein Werkzeug in der Hand, wo man mit hohen Impfquoten viele Tausende von Krebsfällen und auch Todesfällen effektiv ver­hindern kann.“

Angesichts wiederholter Masernausbrüche wird in Deutschland seit Jahren regelmäßig über eine Impfpflicht diskutiert. Nach Brandenburg bemüht sich derzeit auch Nordrhein-Westfalen um eine Masernimpfpflicht für Kindergartenkinder. Baden-Württemberg kün­dig­te eine Prüfung an. Auch Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) prüft derzeit, wie eine Impfpflicht umgesetzt werden könnte.

Quelle: aerzteblatt.de 16.04.2019

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