Heilpraktiker Berufs-Bund

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Die Heilkraft der Seele

SEELE-Fotolia 60687220Auszug aus dem Buch: „Öffne dich den Quellen des Lebens“, von Günter A. Ulmer, Günter Albert Ulmer Verlag, Tuningen.

Mit freundlicher Genehmigung des Günter Albert Ulmer Verlags, entnommen aus Waerland-Hefte, Heft 10/14 - 2014

Unsere Gesundheit hängt nicht nur von äußeren Umständen, sondern vielmehr auch von unserer inneren Verfassung, von unserer Seele ab. Es besteht eine innige Verflechtung des Körperlichen, des Seelischen und des Geistigen. Diese drei Kraftströme fließen zusammen und können nicht isoliert behandelt werden.

Nach Hippokrates, dem Vater der Medizin, geht der Krankheit oft eine Gleichgewichtsstörung, eine mehr oder weniger schleichende Störung der Lebensharmonie voraus, die sich in Zerschlagenheit, Mattigkit, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, Schlafsucht und Schmerzen äußern kann. Auf diese Weise wird klar, dass die Gesundung nur dadurch erwirkt werden kann, indem die Lebensharmonie wieder hergestellt wird. Und hierbei spielt die Seele eine ausschlaggebende Rolle.

Plato sagte im „Charmides“: „Alles entspringt für den Leib, ja überhaupt für den ganzen Menschen aus der Seele, das Gute wie das Böse. Man soll nicht versuchen, den Körper ohne die Seele zu heilen.“

Eine große Gruppe von Leiden entspringt dem Unterbewusstsein und ist rein seelisch bedingt: Angst vor der Zukunft, die Sorge um das Morgen, verzerrte Gedanken und Gefühle. Wirkliche Heilung kann also nur aus dem Inneren kommen, aus dem Inneren des Menschen, aus dem Empfinden des Vertrauens, aus der Liebe und Wertschätzung zum Leben.

Äußere Maßnahmen können sehr die Heilung unterstützen. Sie bleiben aber wirkungslos, wenn die inneren Heilkräfte verkümmert sind - oder sogar Widerstand gegen die äußeren Maßnahmen leisten.

Die äußere Medizin wird bald unbezahlbar werden. Wir sollten deshalb die innere Medizin, die in unserem Bereich liegt, verstärkt einsetzen. Unsere innere Gesundheit liegt in der Gewissheit, im Vertrauen, im Frieden, in der Sanftmut, in der Geduld, im Wohlwollen, in der Güte, in der Liebe und in der Freude. Noch werden diesen Eigenschaften wenig Bedeutung zugemessen, aber sie sind die tragenden Säulen der inneren Heilkraft der Seele.

Das Wunder liegt in uns, ist verankert in unserer seelischen Verfassung, in unserer geistigen Einstellung. Die Erfahrung zeigt, dass uns Menschen nur das hilft, woran wir glauben. Es ist interessant, sich eine Begebenheit aus der heiligen Schrift vor Augen zu führen, in der im Markus-Evangelium von einem Blinden berichtet wird, der die Sehnsucht hatte, wieder sehend zu werden. Christus sagte nicht, ich habe dir geholfen, sondern: „Gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen.“ Offensichtlich vermag der Glaube als eine Gedankenvorstellung und Kraft die selbstregulierenden Heilungskräfte der Seele in Gang zu setzen.

Jede Heilung ist mit einer Selbstheilung verbunden. So gilt es, unser Vertrauen in das Leben und in die Selbstheilkräfte zu setzen, denn die Gesundheit beginnt im existentiellen Bereich, im Bereich des Fühlens, des Denkens und Wollens, der Lebensqualität und des Lebensinhalts. Entscheidend ist, ob wir die Frage, die auch Christus dem Kranken gestellt hat: „Willst du gesund werden?“, positiv beantworten können und wollen. Dies schließt natürlich mit ein, ob wir auch die Ursache der Krankheit, die verloren gegangene Lebensharmonie, wieder herstellen wollen.

Es gibt keine Harmonie ohne einen gewissen Verzicht. In unserer Entfremdung vom Leben, von der Natur und von den Mitgeschöpfen haben wir das Äußere überbetont und das Innere oft vernachlässigt. Nur wenn wir lernen, die inneren Konflikte und Probleme zu lösen, ist Rettung möglich.

Der Wunsch, gesund zu werden, muss demnach stark genug sein, um mit einer Änderung der Gewohnheiten, die zu unserem Kranksein möglicherweise beigetragen haben, einverstanden zu sein. Der Heilungsvorgang ist nicht eine Sache der „mechanischen Biologie“, sondern hängt hauptsächlich von dem ab, was sich in unserem Geiste abspielt, von der Art unserer Gedanken und Gefühle. Verwerfen wir die Gedanken, die unseren Lebenswillen schwächen und pflegen wir solche Gedanken, die ihn stark machen, dann ist eine Aussicht auf Heilung gegeben. Oberstes Gebot bei jeder Krankheit ist, den seelischen Ballast über Bord zu werfen und den Willen zur Gesundheit zu stärken.

Alle Maßnahmen, die wir treffen, alle Mittel, die wir anwenden, sollten dazu geeignet sein, unseren Lebenswillen zu unterstützen. Dann können wir uns auch über den Alltag erheben und uns auf die tiefere Bedeutung unseres Daseins einstellen. Wir erleben nicht nur eine äußere, sondern auch eine innere Gesundheit, die uns in Hochform bringt und uns befähigt, dem Leben das Beste abzugewinnen.

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