Heilpraktiker Berufs-Bund

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Wickeltherapie - Wickeln und Auflagen

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Irmard Wenzel, Heilpraktikerin
www.irmgard-wenzel.de

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Lassen Sie mich zu Beginn Pfarrer Kneipp wörtlich zitieren:

„Wie jeder Wickel seinen eigenen Namen trägt, so hat er auch seine eigene Wirkung, und wie die Wickel ganz verschiedenen von einander sind, so sind auch ihre Wirkungen verschieden. Doch darin stimmen alle überein, da sie auflösen, die kranken Stoffe auflösen und aufsaugen, so nehmen sie auch die Hitze in sich auf und entfernen das Übermaß derselben oder geben auch umgekehrt der Natur eine künstliche Wärme, wie es eben ihr Zustand erfordert. Sie leiten die Fieberhitze ab und geben den Frostigen auch Die Wärme.“

Allein schon durch ihre Einfachheit und Wirksamkeit haben die Wickel höchste Bedeutung für den Menschen. Sie sind wahre Gesundheitsspender und wirksame Helfer zur Linderung von Schmerzen und Krankheitszeichen. Die örtliche Durchblutung wird um das doppelte gesteigert, Entzündungen werden abgebaut, die Ausscheidungsfunktion unterstützt, die Wundheilung gefördert und die Abwehrkräfte aktiviert. Wickel wirken entgiftend gleich einer Niere.

Kneipp bezeichnete die Wickel als Säfte-Blutegel.

Über die Wirkung der Wickel gibt es auch in der heutigen Medizin keinen Zweifel mehr. Trotzdem werden in vielen Haushalten fiebersenkende Arzneimittel einem kalten Wadenwickel vorgezogen. Damit wird dem Körper die Möglichkeit genommen, die Krankheitserreger nach außen auszuscheiden.

Es ist das Schlimmste, was man seinem Körper antun kann, Ausscheidungen zu hemmen, ja zu unterdrücken. Außerdem ist der Wickel in der heutigen Zeit eine gute Gelegenheit, bewußt etwas für sich selbst bzw. für Andere zu tun. Denn diese Anwendung bedarf etwas mehr Zeit für die Behandlung, die Ausführung.

Die Wickeltherapie ist nicht nur zu Hause, sondern auch in der Praxis gut anzuwenden. Außerdem soll sie auch dazu dienen, den Patienten wieder mit dieser aus der Volksheilkunde entstandenen Therapie vertraut zu machen.

"Wie jeder Wickel seinen eigenen Namen trägt, so hat er auch seine eigene Wirkung, und wie die Wickel ganz verschieden von einander sind, so sind auch ihre Wirkungen verschieden.

Doch darin stimmen alle überein, da sie auflösen, die kranken Stoffe selber aufnehmen, ausleiten und so die Natur verbessern.

Wie die Wickel kranke Stoffe auflösen und aufsaugen, so nehmen sie auch die Hitze in sich auf un d entfernen das Übermaß derselben oder geben auch umgekehrt der Natur eine künstliche Wärme, wie es eben ihr Zustand erfordert. Sie leiten die Fieberhitze ab und geben den Frostigen auch Wärme."    Pfarrer Kneipp

Bevor wir nun einen Wickel machen, müssen wir uns überlegen,

  • was habe ich zur Verfügung,
  • welchen Wickel kann ich daraus machen,
  • weiß ich, wie ich den Wickel anzulegen habe
  • gibt es etwas, das ich berücksichtigen muß
  • wie wirkt der Wickel beim Erkrankten (jeder reagiert anders)

Die verschiedenen Wickel sind

  • kalte, wärmeentziehende Wickel,
  • kalte, wärmestauende Wickel,
  • kalte oder warme schweißtreibende Wickel,
  • Eiswickel,
  • Dampfkompressen,
  • heißer Wickel,
  • körperteilbezogene Wickel von Hals, Brust, Bauch, Lenden, Bein, Waden, Fuß, Arm, Ellbogen, Hand und der Ganzwickel.
  • Wickel mit den verschiedenen Zusätzen wie Salz, Zwiebeln, Kartoffeln, Schmalz, Quark, Senf, Kohl, Leinsamen, Lehm sowie
  • verschiedene Kräuter wie Kamille, Zinnkraut etc. und
  • natürlich der Heublumensack.

Was brauchen wir auf jeden Fall?

Verschiedene Stoffe in verschiedenen Größen, die aus natürlichen Materialien hergestellt sind, wie Baumwolle, Frottee, Leinen, Seide, Wolle, Flanell usw.

Synthetische Fasern sind luftundurchlässig, stauen die Feuchtigkeit und sind absolut ungeeignet.

  • Ein dünneres Innentuch,
  • ein größeres Zwischentuch,
  • ein größeres Wolltuch
  • Wasser (entweder mit oder ohne Zusätze,
  • ggf. entsprechende Hausmittel (Zwiebel, Kartoffeln, Senf, usw.)

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Es ist zweckmäßig, das Zwischen- und Wolltuch vor der Maßnahme auf der Liege bzw. Bett auszubreiten.
Das innere Tuch (Küchenhandtuch, Windel etc.) wird in Wasser oder in eine Lösung getaucht und evtl. je nach Wickel ausgewrungen und sofort - entweder kalt oder heiß - so um den entsprechenden Körperteil geschlungen,
daß der erste Teil, der eingeschlagen wird, der kürzere ist (behandlernah) und die langen Enden behandlerfern, also gegenüber liegen. Damit ist ein schnelles und faltenloses Anlegen des Wickel gewährleistet.
Mit dem mittleren Tuch (Frottee z. B.) wird genauso verfahren.
Und zum Schluß wird das große Tuch (vorzugsweise ein Wolltuch) zum Abdecken drumgewickelt, damit diese Anwendung - egal, ob kalt oder warm - intensiver wirkt.

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Nun gibt es in der Wahl der Wickel keine strengen Richtlinien, da der Körper selbst die deutlichste Sprache spricht, was ihm angenehm ist oder nicht. Als grobe Einteilung können wir sagen, kalte Wickel da, wo das Gewebe heiß ist, warme bis heiße Wickel da, wo das Gewebe kühl oder schlecht durchblutet ist.

In der Folge werden wir sehen, daß sich verschiedene Wickel für das gleiche Krankheitsbild gleichwohl eignen. Die Erfahrung und Konstitution des Patienten wird Ihnen den richtigen Weg zeigen. Üben Sie das Anlegen eines Wickels jedoch vorher, nicht erst, wenn der Kranke in benötigt. Außerdem wäre es gut, wenn Sie Ihren Patienten gekonnt den Wickel auch demonstrieren können und das Anlegen eines Wickels mit dem Patienten richtig üben, sodaß er diese wohltuende Therapie auch zu Hause durchführen kann.

Die Kaltanwendung

Jede Kaltanwendung darf nur an einem warmen Körper vollzogen werden. Eventuell sogar vor dem kalten Wickel eine Warmanwendung vornehmen. Der Patient darf auf keinen Fall frieren. Die Kaltanwendung bewirkt durch den Kältereiz eine Hyperämisierung. Der betroffene Körperteil wird dadurch mit mehr Blut versorgt. Nach der Anwendung sollte die Haut kalt abgewaschen und dann abgetrocknet werden. Den Patienten zugedeckt liegen und ruhen lassen.

Hier unterscheiden wir 4 verschiedene Wickel

1. Den kalten wärmeentziehenden Wickel,

der ableitend, wohltuend, weil reiznehmend, wirkt.
Hier bleibt das Wickeltuch so naß und so kalt wie möglich. Man entfernt den Wickel, wenn er warm geworden ist und kann ihn bei bestimmten Erkrankungen so oft wiederholen, bis Schweißausbruch eintritt.

hilfreich bei

  • Erkrankungen der Brustorgane, der Atemwege und des Halses,
  • Erkältungskrankheiten,
  • Fieber,
  • akuten Ekzemen,
  • varikösen Symptomenkomplex,
  • Arthritiden,
  • Verrenkung,
  • Verstauchung
  • Prellung,
  • Blutergüssen,
  • Sehnenscheidenentzündung,
  • Epicondylitis

2. Den wärmestauenden Wickel

Wärmestauend, weil sich durch die Anwendung die Durchblutung der Haut partiell extrem verstärkt.
Das Wickeltuch wird gut ausgewrungen und nach ca. 1 Stunde entfernt.

hilfreich bei

  • Schlafstörungen,
  • nervöse Herz-Kreislauf-Störungen,
  • Bindegewebsschwäche,
  • verschiedenen Hauterkrankungen,
  • Parästhesien,
  • bei peripheren Durchblutungsstörungen

3. Den schweißtreibenden Wickel

Läßt man einen wärmestauenden Wickel länger als 1 Stunde liegen, wirkt der Wickel schweißtreibend. Der Wickel wird während der Anwendung trocken, bleibt dabei aber warm und kann somit die Hitze des Körpers nicht aufnehmen. Dabei läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Der Wickel bleibt bis zu 2 Stunden aufgelegt und ermüdet sehr.

hilfreich bei

  • allen fieberhaften Erkrankungen,
  • grippalen Infekten
  • und zur intensiven Anregung des Stoffwechsels

4. Den Eiswickel

Der eine besonders starke Hyperämisierung darstellt.
Eiswürfel werden zerhackt und in einen Beutel oder eine Wärmflasche gefüllt und auf die schmerzende Stelle plaziert. Kann beliebig oft wiederholt werden.

hilfreich bei

  • akutem Gichtanfall,
  • akuten Schmerzen
  • Muskelfaserriß
  • bei Stichen von Insekten, Bienen, Wespen usw.

Die Warmanwendung

Wie wir wissen, bewirkt eine Wärmezufuhr ein angenehmes Gefühl der Entspannung und damit krampflösend. Warme oder heiße Wickel sind wärmestauende Maßnahmen. Heiße Wickel sollten so heiß und so schnell wie möglich (jedoch ohne Hast) auf den entsprechenden Körperteil gelegt werden. Er wird entfernt, wenn der Wickel beginnt, auszukühlen. Beläßt man ihn nach dem Auskühlen am Körper, kann er schweißtreibend wirken, Es bietet sich zur Intensivierung der Maßnahme die Unterstützung durch eine Wärmeflasche, die auf das Wolltuch gelegt wird, an.

hilfreich bei

  • Monatsschmerzen
  • zur Unterstützung der verschiedener Organfunktionen wie Leber, Nieren, Blase, Bronchialsektor,
  • als unterstützende Maßnahme bei der Verdauung eines opulenten Mahls
  • bei Koliken im Magen-Darm-Bereich
  • Frostbeulen,
  • Muskelverspannungen und -verhärtungen,
  • Myogelosen,
  • Arthrose und Gelenkbeschwerden,
  • rheumatisch-gichtige Genese
  • zur Linderung von Schmerzen
  • und zur Entspannung

Vorgehensweise:
Das Innentuch wird in heißem Wasser nicht zu stark ausgewrungen, auf ein möglichst angewärmtes Frotteehandtuch gelegt und schnell um den Körperteil gewickelt und mit einem Wolltuch abgedeckt. Je nach Bedarf durch eine halb gefüllte Wärmflasche unterstutzen.

Die heiße Rolle

Sie ist eine äußerst wohltuende Anwendung: Mehrere Handtücher werden sehr fest zu einer Rolle aufgewickelt. In das Zentrum der Rolle wird ca. 1 Liter kochendes Wasser gegossen, was von der Rolle aufgesogen wird. Kurz Hautkontakt aufnehmen und wenn sich die Haut an die Hitze gewöhnt hat, wird die Rolle mit kräftigen, massierenden Bewegungen hin- und her gerollt. Beginnt die Rolle abzukühlen, wird das äußere Handtuch entfernt und weiter gearbeitet. So wird Handtuch für Handtuch nach Abkühlen abgenommen. Dauert ca. 20 Minuten

Wir verlassen jetzt den Bereich der Körperbezogenen Wickel und wenden uns den Wickeln zu, bei denen Lebensmittel helfen.

Sie erhalten nachts einen Hilfeanruf - unerträgliche Schmerzen bei Migräne. Was soll der Patient tun: Unabhängig davon, ob Sie den Hausbesuch nachts durchführen, sollten Sie Ihrem Patienten zur ersten sofortigen Linderung den Wickel mit der Königin des Gemüses, der Zwiebel, raten anzulegen.

Der Zwiebelwickel

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Aufgrund der starken ätherischen Öle und Vitamine leistet die Zwiebel ganz hervorragendes bei den verschiedensten Erkrankungen,  außerdem wirkt sie gefäßerweiternd. Der Wickel/Umschlag kann kalt oder warm angewandt werden. Der Vorteil bei der Warmanwendung ist das Freiwerden der ätherischen Öle. Der Zwiebelwickel zieht die Giftstoffe aus dem Körper heraus. Nach der Anwendung sind die Zwiebeln fortzuwerfen, da sie dann viele Giftstoffe enthalten.

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hilfreich bei

  • Bronchitiden,
  • Husten,
  • Lungen- und Rippenfellentzündung,
  • Ohrentzündung,
  • Migräne/Kopfschmerzen,
  • Verspannungen der Wirbelsäule

Vorgehensweise:
Bei der Anwendung Kopfschmerzen:
Mehrere Zwiebelscheiben schneiden. Am Hinterkopf von Ohr zu Ohr fixieren und mit Tuch umwickln, sodaß nicht verrutschen können.

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Oder auch die Zwiebeln werden kleingeschnitten, in einem Säckchen über Wasserdampf stark erwärmt (gut eignet sich ein an drei Seiten zugenähtes Säckchen in der Größe des erkrankten Körperteils, in das die kleingeschnittenen Zwiebeln eingefüllt werden). Dieses wird heiß auf den entsprechenden Körperteil gebracht, mit einem Handtuch abgedeckt und einem Wolltuch völlig bedeckt. Das Auflegen einer Wärmflasche (über dem Wolltuch) hält die Wärme um so länger! 

Und noch etwas - Nie die Wärmflasche auf das Zwiebelsäckchen direkt legen, da der Geruch sich mit dem Gummi verbindet. Der Wickel sollte 1 bis 2 Stunden aufliegen.

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Der Bauchwickel

Vorzugsweise erfolgt der Bauchwickel als Warmwickel. Kalt aufgelegt wirkt er wärmestauend.

hilfreich bei

  • Krämpfen und Koliken
  • allen Leber-Magen-Darm-Beschwerden,
  • Obstipation
  • Beschwerden des Unterleibes (bei Monatsbeschwerden)
  • Blasenbeschwerden
  • und zur Beruhigung und Entspannung.

Anwendung:
Die Größe des Tuches reicht vom Sternum bis etwa Oberschenkel. Das gefaltete Tuch wird in das kochende Wasser oder auch in einem Absud aus Kamille abgetropft auf ein möglichst angewärmtes Frotteetuch gelegt. Dann diese beiden Tücher so schnell und so heiß wie möglich um den Bauch legen und mit einem Wolltuch abdecken. Um die Wärme länger zu halten, wird eine halb mit heißem Wasser gefüllte Wärmflasche auf das Wolltuch gelegt. Nach ca. 1 Stunde ist der Wickel abzunehmen.

Der Wadenwickel

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Der Wadenwickel kann kalt als ableitende Maßnahme bei allen Erkrankungen der Brust und des Halses eingesetzt werden. Seine große  Anwendung findet er aber in der Fieberabsenkung um mehrere Grade auf natürliche Weise.

Als kalter wärmeentziehender Wickel ist er hilfreich bei

  • Fieber
  • grippalen Infekten
  • allen akuten und chronischen Erkrankungen der Brustorgane und Atemwege
  • Sehnenscheidenentzündungen

Als wärmestauender Wickel ist er hilfreich bei

  • Schlaflosigkeit
  • peripheren Durchblutungsstörungen

Vorgehensweise beim Wadenwickel:
Er wird vom Knöchel bis zur Kniekehle gewickelt, als Lösung bieten sich kaltes Wasser oder eine Lösung aus kaltem Wasser und Essig (2 : 1) an: Das Innentuch wird in kaltem Wasser nicht zu stark ausgewrungen, auf ein Frotteehandtuch gelegt und um die Wade gewickelt, wieder bildet das Wolltuch den Abschluß.

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Vorgehensweise bei den Essigsocken:  

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Ein Paar dünnere Baumwollsocken werden in kaltem Essigwasser nicht zu stark ausgewrungen und dem Patienten angezogen, darüber werden trockene Wollsocken gezogen.

Um fiebersenkend zu wirken, müssen die Wickel bzw. Socken ca. alle 5 Minuten erneuert werden

Der Halswickel

Wer kennt nicht die Erkältung, die mit Schmerzen im Hals, Heiserkeit Husten oder Mandelschwellung einhergehen? Es gibt kein besseres Mittel dagegen als den Halswickel.

Es ist die erste therapeutische Maßnahme, die ich dem Patienten empfehle und die ich auch an mir selbst durchführe. Er ist als kalter, wärmeentziehender Wickel.

Hilfreich bei

  • ersten Anzeichen von Erkältung
  • entzündlichen Prozessen und allen Beschwerden der Halsregion,
  • Angina,
  • Stimmlosigkeit, Kehlkopfentzündung,
  • bei Hitzewellen, die zum Kopf hin aufsteigen
  • bei Überfunktion der Schilddrüse

Vorgehensweise:
Ein dünnes Handtuch der Länge nach mehrfach falten (eine gute Hand breit) und das erste Drittel in eine Lösung (es eignet sich entweder kaltes Wasser oder eine Lösung aus Alkohol und Wasser im Verhältnis 1: 2) tauchen und um den Hals legen. Die restlichen zwei Drittel des Küchenhandtuches werden so um den Hals, gelegt, daß das erste Drittel völlig bedeckt ist, darüber einen Wollschal binden. Den Umschlag erneuern, wenn er warm geworden ist. (Nicht zu fest wickeln).

Der Brustwickel


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Der Brustwickel hat wie der Halswickel die Aufgabe, Verschleimungen zu lösen, Linderung zu bringen und dem Körper Giftstoffe zu entziehen. 

als kalter wärmestauender Wickel ist er hilfreich

  • bei allen atemabhängigen Schmerzen und Erkrankungen,
  • bei akuten Bronchitiden,
  • bei Entzündungen der Lungen und des Rippenfells,
  • bei Husten
  • Herzjagen/-klopfen.

als warm-heißer Wickel ist er hilfreich bei

  • Intercostalneuralgien
  • Keuchhusten
  • chron. Bronchitis
  • Bronchialasthma

Vorgehensweise:
Die Tücher müssen so groß sein, daß sie voh der Achselhöhle bis zum unterer Rippenbogenrand reichen. Der Wickel sollte bei mittlerer Atemstellung vorgenommen werden. Das Innentuch wird in kaltes Wasser getaucht (auch hier bietet sich die Alkohol-Wasser-Lösung an wie beim Halswickel) und faltenfrei auf die Brust gelegt, mit einem trockenen Handtuch abgedeckt. Zum Schluß Ganzbedeckung mit einem Wolltuch. Je nach Wohlbefinden erneuern.

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Jeder Brustwickel kann auch in Form eines Zwiebel-, Kartoffel- oder Senfwickels erfolgen. 

Der Senfwickel

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Der Senf (insbesondere der schwarze) hat sehr stark hautreizende Wirkung. Es ist bei der Bemessung der Menge wegen der Gefahr des Verbrennens Vorsicht geboten. Gegebenenfalls vorher eine Hautprobe machen, da jede Haut anders reagiert. Große Vorsicht bei allen blasshäutigen und rothaarigen Menschen.

hilfreich bei

  • allen Erkrankungen der Atemwege wie
  • Erkältung
  • Bronchitis
  • Lungenentzündung,
  • zur Förderung des Stoffwechsels
  • als Fußbad stark ableitende Wirkung

Vorgehensweise:
3 Tassen weißes oder knapp 2 Tassen schwarzes Senfmehl werden angefeuchtet und in Mull zu einem Säckchen geformt, das über Wasserdampf erhitzt wird, dann auf die Haut aufgelegt, mit einem Frotteehandtuch und einem Wolltuch abgedeckt.

Die erste Probe sollte nach ca. 1- 2 Minuten erfolgen. Wird der Wickel zum ersten Mal gemacht, sollte er nach 3 - 5 Minuten abgenommen werden. Bei weiteren Anwendungen kann der Umschlag bis zu 1/4 Std. aufliegen. Der Senfumschlag kann an mehreren Tagen hintereinander angelegt werden, jedoch wegen der starken Hautreizung nur 1 x täglich. Nach der Anwendung wird die Haut leicht mit lauwarmen Wasser abgerieben und mit Johanniskaut z.B. eingerieben. Zudecken und ruhen lassen.

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Der Quarkwickel 

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Durch seine Streichfähigkeit und verhältnismäßig lange Kaltwirkung hat der Quarkwickel ein recht breites Wirkungsspektrum.

hilfreich bei

  • allen Erkrankungen, bei denen entzündliche Prozesse vorliegen, wie z. B.
  • Halsentzündungen,
  • Gelenkentzündungen,
  • Venenentzündungen,
  • Hautentzündungen
  • Insektenstiche

Vorgehensweise:
Der Quark wird auf den betreffenden Körperteil gut fingerdick aufgetragen, mit Tüchern abgedeckt, ca. 2 Stunden aufgelegt. Danach die Haut kalt abwaschen.

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Der Lehmwickel

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Pastor Felke kann man als einen der großen Pioniere der Lehmtherapie bezeichnen. Er wußte, daß der kalt aufgetragene Lehm dem Körper auf ganz natürliche Weise Giftstoffe und Hitze entzieht. Bei Wunden und Entzündungen nimmt er auch den Schmerz.

hilfreich bei

  • Wunden
  • Stirn- und Kieferhöhlenentzündung
  • Halsentzündungen
  • unreiner Haut
  • Ekzemen
  • Schuppenflechte
  • Furunkeln
  • Abszesse
  • Geschwüre
  • rheumatisch-gichtigen Erscheinungen
  • Prellungen
  • Verstauchungen

Vorgehensweise:
Der pulverisierte Lehm (auch Heilerde) kalt zu einem dicken Brei anrühren, sofort fingerdick auf die Haut flächenmäßig etwas über die zu behandelnde Stelle hinaus aufbringen, mit Tüchern abdecken und ca. 2 - 3 Stunden auf der Haut belassen bis er bröckelig wird. Dann die Haut mit warmem Heublumenaufguß abwaschen und zum Schluß mit kaltem Heublumenaufguß nachspülen.

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Der Leinsamenwickel 

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Die Stärke des Leinsamenwickels liegt dort, wo Schleim zu lösen ist.

hilfreich bei

  • Kiefer- und Stirnhöhlenentzündung,
  • Mittelohrentzündung,
  • Zahnschmerzen

Vorgehensweise:
Leinsamenmehl wird zu einem schleimigen Brei gekocht (dauert 2 - 3 Minuten), in ein Säckchen, das die Größe des zu behandelnden Körperteils hat, gefüllt und so warm wie möglich aufgelegt. Da der Leinsamenumschlag sehr schnell abkühlt, empfiehlt es sich, gleich 2 Ausführungen fertigzumachen, wobei das noch nicht aufgelegte Leinsamensäckchen über Wasserdampf heiß gehalten wird. Das Säckchen verbleibt so lange auf der Haut, wie es heiß ist. Der Vorgang kann beliebig oft wiederholt werden, bis Linderung  eingetreten ist.

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Der Kohlwickel

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Der Kohlwickel stellt eine der einfachsten und wirkungsvollsten Heilmittel dar, die wir haben. Die Anwendung ist uralt. Überlieferungen zu folge war diese Anwendung bereits im Altertum bekannt. Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten geradezu unerschöpflich. Camillo Droz, ein französischer Heilkundiger, weiß über diese Therapie wahre Wunderdinge zu berichten. ln der Hauptsache entzieht der Kohl dem Körper Giftstoffe und gibt dafür seine vielfältigen Inhaltsstoffe ab.

hilfreich bei

  • allen entzündlichen Gelenkerkrankungen
  • offenen Geschüren
  • offenes Bei
  • Furunkel,
  • tief sitzenden Entzündungsherden

Vorgehensweise

Zur Anwendung kommen alle Kohlarten. Gern  wird der Wirsing genommen, weil sich darin am besten eventuelle  Absonderungen ablagern können. Die gewaschenen und dann wieder trocken gewordenen Kohlblätter werden vom harten Strunk befreit und mit einer Nudelrolle oder einer Flasche glattgewalzt, damit der Kohlsaft austreten kann. Die Blätter werden (bei kühlem oder schlecht durchblutetem Gewebe empfiehlt es sich, die Blätter kurz über Wasserdampf zu erwärmen) dachziegelartig um den entsprechenden Körperteil gelegt und fest umwickelt. Die Einwirkzeit sollte 12 Stunden nicht unterschreiten. Beim Abnehmen der Kohlblätter stellt man fest, daß diese braun geworden sind und sehr unangenehm riechen. Die Haut wird nach der Anwendung mit warmem Essigwasser abgewaschen. Bei starken Entzündungsherden kann sich das umliegende Hautgewebe entzündlich röten, was als Gradmesser der vehementen tiefsitzenden Entzündung zu bewerten ist und sich wieder von allein normalisiert.

Achtung! Beim "offenen Bein" hat sich die Behandlung mit Kohl besonders gut bewährt. Allerdings muß hierbei vorsichtig und nach genauer Prüfung vorgegangen werden. Die Anwendung sollte nur durch einen erfahrenen Therapeuten erfolgen.

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Der Kartoffelwickel 

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Wer von Ihnen hat noch nie Rückenschmerzen gehabt? Wer von Ihnen weiß nicht, wie quälend Rückenverspannungen sind? Mit dem Kartoffelwickel ist eine erste und leicht durchzuführende Möglichkeit gegeben. Bekannt ist, daß feuchte Wärme eine andere Indikation darstellt als trockene Wärme. Insofern bietet der Kartoffelwickel als Träger feuchter Wärme sehr gute Dienste. Auch hier müssen die Kartoffeln nach der Anwendung fortgeworfen werden, da sie giftig sind.

 hilfreich bei

  • allen Arten von Verspannungen
  • Muskelkater
  • rheumatisch-gichtiger Genese
  • Bronchitiden
  • Nieren- und Blasenbeschwerden

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Und gegessen ist zusätzlich gesund. 

Fördert die Entsäuerung! 

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Vorgehensweise

Es eignen sich am besten mehlige Kartoffeln. Je nach Fläche des zu behandelnden Körperteils 3 - 6 große Kartoffeln in der Schale kochen oder dünsten, in ein Säckchen füllen, das die Größe des erkrankten Körperteils hat, zerdrücken und so heiß wie möglich auf die schmerzende Stelle legen. Achtung, heiße Kartoffeln sind nun mal ziemlich heiß, wenn sie gerade gekocht wurden. Gefahr der Verbrennung. Der Wickel bleibt so lange aufgelegt, wie er noch heiß ist.

Sie sehen, daß sich die verschiedenen Wickel in ihrer Indikation wiederholen. Aber entscheidend ist, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige in der richtigen Dosierung und an richtiger Stelle zu tun. Sammeln Sie Ihre eigenen Erfahrungen.

Auch spielt die Konstitution des Einzelnen eine wichtige Rolle.

Der Heublumensack

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Heublumen sind getrocknete Bluten, Blätter, Gräser und Samen einer Heublumenwiese. Ein Heublumensack von einer Wiese in den  Bergen ist am wirkungsvollsten.

hilfreich bei

  • Anregung der Ausscheidung und Durchblutung
  • Förderung des Schlafes
  • Monatsbeschwerden
  • allen gichtigen und rheumatischen Erkrankungen
  • wirkt entkrampfend, beruhigend und schmerzstillend

Vorgehensweise:
Die Anwendung kann kalt oder warm erfolgen. Die Warmanwendung hat den Vorteil, daß sich die ätherischen Öle auf der Haut entwickeln. Die Heublumen werden in ein Säckchen gefüllt und über Wasserdampf erhitzt. Dadurch quellen die Pflanzenanteile auf und die ätherischen Öle werden frei. Dieses Säckchen wird auf die schmerzende Stelle gelegt und bis zu einer 3/4 Stunde liegengelassen.

Bei der Kaltanwendung wird kaltes Wasser über das Säckchen gegossen und ca. 1/4 Stunde auf der schmerzenden Stelle belassen. Kann bei Bedarf erneuert werden. Der gebrauchte Heublumensack kann entweder luftgetrocknet oder im Backofen bei niedriger Hitze getrocknet werden. Eine andere Möglichkeit ist, dieses Säckchen nach der Anwendung in das Tiefkühlfachs zu legen und einzufrieren.

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Danach ist - wie bei allen Anwendungen - unbedingte Ruhe angezeigt, da diese Maßnahme sehr müde macht.

 

Ruhe nach allen Anwendungen!

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lch hoffe, mit dieser kleinen Abhandlung viele zu ermuntern, diese altbewährte Wickeltherapie anzuwenden. Wie heißt es so schön: Man wird nicht naß, wenn man den Regen beschreibt.

Machen Sie den Versuch und erleben Sie die Wickeltherapie! Der Erfolg wird nicht ausbleiben.

Entdecken Sie "lhren" Wickel.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und beste Gesundheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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