Heilpraktiker Berufs-Bund

Heilpraktiker Berufs-Bund

Heilpraktiker müssen sich sachgemäß aus- und weiterbilden

Heilpraktiker sind schon gemäß Rechtsprechung verpflichtet, sich in den von ihnen ausgeübten Therapien sach- und fachgerecht auszubilden. "Unabhängig von der Rechtsprechung ist es für die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker schon aus ihrem Selbstverständnis und ihrer Tradition heraus selbstverständlich, zum Schutz und zum Wohle der Patienten risikolos zu wirken und demtentsprechend sich auszubilden", so der Vorsitzende des HBB - Heilpraktikwer Berufs-Bund Bernd Schmidt.

Nachfolgend sei auszugsweise aus dem richtungsweisenden Urteil des BGH vom 29.01.1991 (AZ VI ZR 206/90)zitiert:

"...1. Ein Heilpraktiker verletzt seine Sorgfaltspflicht, wenn er die Voraussetzungen fachgemäßer Behandlung und Diagnose nicht kennt oder nicht beachtet.

2. An ihn sind bei der Vornahme invasiver Behandlungsmethoden die gleichen Sorgfaltspflichten zu stellen wie an einen Allgemeinmediziner.

Auch von einem Heilpraktiker müsse vielmehr verlangt werden, daß er die Voraussetzungen fachgemäßer Behandlung kenne und beachte und sich über die Fortschritte der Heilkunde unterrichte. Wenn er auch nicht dieselben Kenntnisse wie ein approbierter Arzt haben könne, so müsse er doch wenigstens aufgrund der von ihm zu verlangenden Fortbildung in der Lage sein, die Gefahren seiner Behandlungsmethoden zu erkennen...

... Er ist also verpflichtet, sich eine ausreichende Sachkunde über die von ihm angewendeten Behandlungsweisen einschließlich ihrer Risiken, vor allem die richtigen Techniken für deren gefahrlose Anwendung anzueignen. Demgemäß verstößt er in gleicher Weise wie ein Arzt gegen die gebotene Sorgfalt, wenn er eine Therapie wählt, mit deren Handhabung, Eigenarten und Risiken er sich zuvor nicht in erforderlichem Maße vertraut gemacht hat.

Über die ihm durch Einzelgesetze ausdrücklich verbotenen Behandlungsmaßnahmen hinaus darf der Heilpraktiker Methoden, deren Indikationsstellung oder Risiken die medizinisch-wissenschaftliche Ausbildung und Erfahrung eines approbierten Arztes verlangen, nicht anwenden, solange er sich nicht ein entsprechendes Fachwissen und -können erworben hat.

Zur Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt gehört ferner, daß er sich - ähnlich wie ein ärztlicher Berufsanfänger (vgl. insoweit BGHZ 88, 248, 258) - im Einzelfall jeweils selbstkritisch prüft, ob seine Fähigkeiten oder Kenntnisse ausreichen, um eine ausreichende Diagnose zu stellen und eine sachgemäße Heilbehandlung einzuleiten und bei etwaigen diagnostischen oder therapeutischen Eingriffen alle erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen beachten zu können. Sind diese Kenntnisse und Fähigkeiten nicht vorhanden, dann muß er den Eingriff unterlassen. ..."

Darüber hinaus ist er selbstverständlich auch verpflichtet, sich über die Fortschritte der Heilkunde und auch über anderweitig gewonnene Erkenntnisse von Nutzen und Risiken der von ihm angewendeten Heilverfahren zu unterrich

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