Heilpraktiker Berufs-Bund

Heilpraktiker Berufs-Bund

Gesundheitssystem: Politischer Diskussionsbeitrag

Nur ein gesundes Gesundheitssystem ermöglicht weitestgehende Gesundheit des Einzelnen von Heilpraktiker Raimar Ocken – 19.04.2014

Anm. d. Red.
Wir veröffentlichen diesen Beitrag als Diskussionsthema ohne das der Inhalt die Meinung der Redaktion und des HBB wiedergibt.

Unser deutsches Gesundheitssystem ist krank. Um es heilen zu können, sind Umdenken und anderes Handeln des einzelnen Bürgers notwendig. Jeder kann etwas tun, damit sich das System zum Positiven verändert. Er kann zum Beispiel bei Wahlen der Partei seine Stimme geben, die sich für eine radikale Verbesserung des kranken Zustandes einsetzt. Er kann zu dem Heilkundigen gehen, der sich diesbezüglich positioniert und engagiert. Er kann dieses Thema in die Welt tragen und diskutieren.

Unser Problem ist Folgendes:

  • Ø Das jetzige Gesundheitssystem ist teuer. Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Aussage wie: „Es wird immer teurer und ist bald nicht mehr zu bezahlen“, in die Irre führt. Die Ausgaben im Gesundheitsbereich haben sich gegenüber der Steigerung des Bruttoinlandsproduktes in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Die Teuerung ist also relativ, nicht absolut.
  • Ø Immer mehr Menschen werden chronisch krank (gemacht). Obwohl manche Mitbürger behaupten, dass wir eines der besten Gesundheitssysteme der Welt haben, ist die Krankheitsrate relativ hoch und die Zahl der Chroniker steigt. Wobei nicht vergessen werden darf, dass Organempfänger letztlich auch zu den Chronikern gerechtet werden müssen, denn sie können nicht ohne Dauermedikation leben – zur Freude der Pharmaindustrie. Die Zunahme der Chroniker hängt nicht nur mit dem ungesunden Lebensstil zusammen sondern auch damit, dass neue Krankheiten erfunden werden, für die es keine ursächliche Heilung gibt. Des Weiteren kommen noch die Personen hinzu, die zwar keine Beschwerden haben aber auf Grund der Herabsetzung der Laborgrenzwerte zu Kranken erklärt und behandelt werden.
  • Ø Wir leisten uns eine Zweiklassenmedizin, zum Nachteil derer, die ein geringes Einkommen haben.
  • Ø Gutverdiener bezahlen als Krankenkassenbeitrag im Verhältnis zu ihrem Einkommen weniger als Geringverdiener.
  • Ø Es werden immer mehr unnötige Untersuchungen und Behandlungen durchgeführt, zu viele Medikamente verordnet und verkauft.

Wir können Abhilfe schaffen

1. Symptomatisch

1.1. Kopfpauschale

Besonders von der CDU/CSU und der FDP wird die Einführung einer so genannten Kopfpauschale favorisiert. Ein sehr unsoziales Modell, da die Gutverdiener gegenüber den Schlechtverdienern noch mehr bevorzugt werden, da jeder gleichviel Krankenkassenbeirat zahlen muss. Die Kopfpauschale ist also letztlich das schlechteste Modell, im Gegensatz zum Besten (siehe 2.).

1.2. Bürgerversicherung

Die Einführung einer so genannten Bürgerversicherung macht Sinn, wenn alle Bürger versichert sind, es keine privaten Krankenkassen für die Grundversorgung mehr gibt, die Beitragsbesserungsgrenze entfällt und alle Einkünfte als Bemessungsgrundlage herangezogen werden. Auch Einkünfte zum Beispiel aus Zinserträgen, Dividenden, Spekulationsgewinnen, Mieteinnahmen usw. werden mitberücksichtigt. Das Gesamtvermögen bildet die Grundlage für die Berechnung des Beitrages, nicht nur Lohn und Gehalt. Die privaten Krankenkassen werden als Konkurrenten zu den gesetzlichen abgeschafft.

2. Ursächlich

Um ursächlich diagnostizieren und behandeln zu können, muss ganzheitlich gedacht und gehandelt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass Ganzheitlichkeit Psyche (Gemüt), Soma (Körper) und Mitwelt (Umwelt, Ökosystem) beinhaltet. Ganzheitlichkeit besagt: Es gibt keine rein körperlichen oder rein psychischen Krankheiten, auch keine rein individuellen. Daraus ergeben sich ganz unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten.

In dem Zusammenhang muss Folgendes eingeführt oder verbessert werden:

  1. Förderung ganzheitlicher Bildung
  2. Gleichberechtigung von Schulmedizin und Naturheilkunde in Forschung, Lehre und Behandlung*
  3. Generelle Einbeziehung von sozialen und materiellen Einflüssen in Diagnostik und Behandlung
  4. Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens für Heilkundige
  5. Gesamtgesellschaftliche Stärkung des Sozialverhaltens
  6. Reduzierung der Einkommensunterschiede
  7. Jeder zahlt prozentual den gleichen Krankenkassenbeitrag

Es genügt natürlich nicht, nur das Versicherungssystem zu verändern. Es muss auch an anderer Stelle Heilung durchgeführt werden. Die Krankenhäuser müssen verstaatlicht werden, so dass sie keine Rendite erwirtschaften müssen. Außerdem benötigen wir staatliche Gesundheitszentren in denen die teuren Untersuchungen durchgeführt werden. Damit keine Heilkundigen gezwungen sind, unnötige und kostspielige Untersuchungen durchzuführen, nur weil sich ihre medizinischen Geräte amortisieren müssen.

* Naturheilkunde ist ganzheitliche Medizin, Schulmedizin ist fragmentiert. Somit sind beide letztlich recht unterschiedlich. Naturheilkunde kann nicht schulmedizinisch (so genannt naturwissenschaftlich) bewiesen werden, nur Fragmente von ihr. Es machte also keinen Sinn, seitens der Heilpraktiker auf wissenschaftliche Anerkennung zu hoffen. Das ist unnötig.

Drucken