Heilpraktiker Berufs-Bund

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Homöopathie

Bonn, den 5. Februar 2011
Pressemitteilung des "Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH)

Die Aktion „Überdosis Homöopathie“ kultiviert überholte Vorurteile und desinformiert in verantwortungsloser Weise die Patienten.

Gegner der Homöopathie haben am Samstag den 5. Februar 2011 in verschiedenen bundesdeutschen Städten, eine vermeintliche Überdosis homöopathischer Arzneien eingenommen. Sie wollten damit nachweisen, dass diese Arzneimittel ohne jegliche Wirkung sind und die Homöopathie als „wirkungslose Pseudowissenschaft“ bloßstellen. Die Befürworter und Verwender homöopathischer Arzneimittel befinden sich jedoch in sehr guter Gesellschaft: In einer durch den Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller durchgeführten, repräsentativen Bevölkerungsbefragung durch das Institut für Demoskopie Allensbach im Jahr 2009 bekannten sich 57 Prozent der Bevölkerung als Verwender von homöopathischen Arzneimitteln ().

Der BAH stellt dazu fest: Homöopathische Arzneimittel müssen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) behördlich überprüft werden, bevor sie in den Markt gebracht und in der Apotheke abgegeben werden dürfen. Dabei sind in jedem Fall Nachweise über die Herstellung und die hochwertige Beschaffenheit des jeweiligen Arzneimittels zu führen. Sicherheit und Wirksamkeit müssen durch Daten belegt werden.

Zum Nachweis der Wirksamkeit ist die so genannte klinische Studie nur eine Möglichkeit. Da die klassische Homöopathie eine individuelle Therapieform ist, müssen hier das Vorliegen der Krankheit und die Anwendung des Arzneimittels differenziert betrachtet und an die individuelle Situation des Patienten angepasst werden. Der Krankheitsbegriff in der Homöopathie betrifft nicht nur ein einzelnes, genau definiertes Lokalsymptom. Eine gut durchgeführte Einzelfallanalyse ist deshalb die der Methodik der Homöopathie am besten angepasste Form der Bewertung eines Therapieerfolges. Gleichwohl gibt es einige nach modernen Prinzipien durchgeführte Doppelblindstudien, die homöopathische Zubereitungen mit einem wirkstofffreien Träger (Placebo) verglichen und positive Ergebnisse bei ausgewählten Krankheitsbildern gezeigt haben. Auch die basierend auf dem Arzneimittelgesetz behördlich publizierten Monografien der Expertenkommission D stellen ein wichtiges Instrument zur Bewertung von homöopathischen Präparaten dar. Sie spiegeln die wissenschaftlichen Erkenntnisse von über 1.100 homöopathisch genutzten Zubereitungen aus pflanzlichen, tierischen und mineralischen Stoffen wider und enthalten Aussagen über deren Anwendungsmöglichkeiten.

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller verweist hierzu auch auf die Stellungnahme des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte, in der klargestellt wird, warum die Aktion „Überdosis“ auch aus Sicht der homöopathisch arbeitenden Ärzte, sinnfrei ist ().

Stephan David Küpper
Stellvertr. Pressesprecher Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH)
Ubierstr.71-73
53173 Bonn
Tel. 0228 / 95745-23 - Fax 0228 / 95745-90

Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller e.V. (BAH) repräsentiert rund 450 Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Herstellung und Vertrieb von rezeptpflichtigen wie rezeptfreien Arzneimitteln sowie Dienst- und Serviceleister rund um das Arzneimittel. Der BAH ist damit mit Abstand der mitgliederstärkste Verband der Arzneimittelindustrie in der Bundesrepublik Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen des BAH beschäftigen in Deutschland über 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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