Heilpraktiker Berufs-Bund

Heilpraktiker Berufs-Bund

Sind wir noch zu retten

Sind wir noch zu retten?

von Heilpraktiker Raimar Ocken

Lernen Menschen aus der Geschichte? Ich denke: „Wohl kaum, zumindest nicht die breite Masse.“ Kein Baum wächst ewig, nichts – mögen wir Gott ausnehmen – lebt ewig. Obwohl viele Medien der Bereiche Druck, Radio, Fernsehen und Internet sowie Politiker und Wirtschaftsfunktionäre uns glauben machen wollen, dass die Neuzeit anders ist. Alte Gesetze, die besagen, dass alles seine Zeit hat und dass diese Zeit begrenzt ist, sollen außer Kraft gesetzt worden sein. Das ist eindeutig falsch. Alles ist begrenzt. Das persische, das griechische, das römische Reich usw. usf. ist untergegangen. Das soll den Amerikanern, den Deutschen, den Japanern ... erspart bleiben? Wer mag das glauben?

Schon in der Antike war es hellen Köpfen klar, dass es eine Zwickmühle zwischen Gelderwerb und Heilkunde gibt. Platon mahnte an, dass der Arzt für die Leiber der Patienten da sei, und nicht zum Gelderwerb. Wir, die Heilkundigen, müssen uns entscheiden, ob wir Ökonomen oder Helfer unserer Mitgeschöpfe sein wollen. Steht das Geldverdienen an erster Stelle, so kann die Heilkundigentätigkeit unter Umständen nur Flickschusterei sein, denn der ökonomisch ausgerichtete Heilkundige kann „seinen“ Patienten nicht wirklich dabei behilflich sein, ihren Weg zur Gesundung zu gehen. Ein gesunder Patient ist in seinen Augen ein schlechter Patient (Kunde), denn er macht ihn arbeitslos. Ein „Gesundheitssystem“, das das Anhäufen von Geld zu förderst im Sinne hat – maximal gewinnorientiert arbeitet – kann nur ein Interesse haben: dass es viele und immer mehr, Menschen gibt, die seine Leistungen in Anspruch nehmen. Das System ist also daran interessiert, dass es möglichst viele Kranke gibt – am besten viele chronisch Kranke. Bedenken Sie dabei bitte, dass letztlich zu den chronisch Kranken auch die Medikamentenabhängigen des Bereichs Organtransplantation gehören.

Haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser sich schon einmal gefragt, warum es Schulmedizinern in der Regel recht schwer fällt chronisch Kranke bei ihrer Gesundung heilend zu unterstützen? Weil sie sich mehr ums Rechnen anstatt ums Heilen kümmern müssen? Oder weil die Annahme, die so genannten Naturwissenschaften beschreiben die einzig wahre Lehre, falsch ist? Oder beides?

Dieser Trend zur Ökonomisierung des Gesundheitssystems wurde durch den Erlass des „GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes“ vom März 2007 noch verstärkt. Und das mit der Folge, dass immer mehr Menschen chronisch krank werden, neue Organe benötigen oder zu Gewalttätern werden.

Was ist zu tun?

Grundannahme: Das bestehende System kann aus sich heraus keine Lösung seiner Probleme bewerkstelligen. Also muss die Hilfe von außen kommen und anderer Art sein als das bestehende System. Das andere könnte folgendermaßen aussehen: Damit sich der Heilkundige bei seiner Arbeit nicht ums Geld kümmern muss, erhält er vom Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen. Er bekommt es also auch, wenn er nichts tut. Der Betrag ist so bemessen, dass er seine monatlichen Festkosten begleichen kann und genügend Geld zur Verfügung hat, zufrieden leben zu können.

Die Aufgabe des Heilkundigen besteht darin, dafür Sorge zu tragen, dass seine Mitgeschöpfe möglichst nicht krank werden. Er wird primär für die Gesunderhaltung der Mitgeschöpfe bezahlt, nicht primär für deren Heilbehandlung. Im engeren Sinne des Wortes ist er Prophylaktiker und nicht Behandler. Das würde ernorme Kosten sparen.

Mit dieser Neuerung geht einher, dass den Menschen schon im Schulalter sowohl das Weltsystem der so genannten Naturwissenschaftler, das rational, also fragmentiert ist, als auch das der Natur(heil)kundigen, das emotional, rational und göttlich, also ganzheitlich ist, gelehrt wird. Jeder Mensch kann dann für sich selbst entscheiden, welchen Glauben er leben möchte. Je nach Persönlichkeit des Lernenden wird er sich mehr für die Naturwissenschaften interessieren, da er äußere Struktur wünscht, oder für die Naturkunde mit ihrer scheinbaren Unstrukturiertheit.

Es ist nun unsere Aufgabe, neue Lebensmodelle zu entwickeln und zu leben. Allerdings müssen wir in dem Zusammenhang darauf achten, das ein Globuli geben, einen Kräutertee verordnen oder eine Nadel setzen noch keine Naturheilkunde macht. Umdenken und Handlung sind gefragt!

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