Naturheilkunde

Von den Weisen Frauen zur Phytotherapie -

 Heilkunde und Historie

Von den Weisen Frauen zur Phytotherapie – dem vermeintlichen Heidentum zum Heute

Barbara Schuhrk 
(www.vergessenes-wissen.de)

Bereits steinzeitliche Funde deuten auf die Verwendung von Pflanzen in der Heilkunde hin. Altbabylonische Keilschrifttafeln zeugen davon genauso, wie ägyptischer Papyrus (16. Jahrhundert v. Chr.), Funde aus Südasien und Mesopotamien, Nachlässe der Araber und Römer. In Griechenland verfasste der Arzt Hippokrates (460 - 370 v. Chr.) den „Corpus hippocraticum“, dessen Name durch den hippokratischen Eid sprichwörtlich für die ärztliche Ethik geworden ist.

Ohne Jakob Grimm und andere Romantiker müsste man somit fast annehmen, daß die Bevölkerung Nordeuropas in dunkelster Unwissenheit gefangen war, bis Zisterzienser und Kartäuser kamen und sie die Heilkunst lehrten, Benedikt von Nursia (530) in Süditalien das Mutterkloster des Benediktinerordens gründete und seine Anweisungen zur Entstehung der Klosterheilkunde führten. Ein Irrtum, denn Wesentliches unserer Heilkunde entstammt dem nordischen Heidentum, dem Wissen der Kelten und wurde von einfachen, scheinbar ungelehrten Menschen bis in die Neuzeit getragen: 

 Volksmedizin, nicht unbedingt klinisch nachgewiesen,
wohl aber über viele Jahrhunderte erprobt (Vgl. Tacitus, „Germania 8“).

Die Niederschriften des überlieferten Wissens durch die Mönche verhinderten, daß von jener alten Erfahrungsmedizin noch mehr verloren ging, als tatsächlich auf dem Scheiterhaufen verbrannte. Zunehmend geriet der Klostergarten zum Herzstück der Kräuterheilkunde. Sowohl ein Gegensatz zu der Vorvergangenheit, zugleich ein erster, oder weiterer Schritt zur heutigen Naturheilkunde.

 Volksmedizin der „heidnischen Völker“ –  
„Weise Frauen“, Heilerinnen und Kräuterweiber versus „Hexentum“

 „Man hiess sie Heid, wo ins Haus sie kam,

das weise Weib; sie wusste die Künste,

sie behexte Kluge, sie behexte Toren,

immer ehrten sie arge Frauen...“

(Edda, der Seherin Gesicht)

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Die Medizin der Bäume

Die Medizin der Bäume

Von Barbara Schuhrk

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Ein Baum ist ein Baum. Und weitaus mehr: Er ist Schutz, Nahrung, Freund und Lehrer, birgt Heil für Seele, Geist und Körper. Doch was Kelten und Germanen zu schätzen wussten, was tief in unserem Kulturkreis verankert ist, scheint heute in Vergessenheit geraten: Die Kraft der Bäume, ihre Seele, ihre Medizin.

Einst hatten Bäume eine besondere Bedeutung für uns Menschen. Sie waren Sitz der Götter, Gerichtsorte, die Verkörperung von Kraft und Fruchtbarkeit. Sie galten als heilig, als weise Lehrmeister. Jeder von ihnen hatte seine Geschichte, seine Magie und Wirkung. Sicher – Linde und Weißdorn sind auch aktuell noch gebräuchlich, doch auch viele andere Bäume bieten Heilung oder Linderung in fast jedem Bereich ...

In der Mythologie zeigt sich, dass Mensch und Baum von jeher eng miteinander verbandet waren: Zahlreiche Völker führen unsere Existenz auf Bäume zurück. In den nordischen Mythen sind es Ask und Embla, Esche und Ulme, aus denen die Götter Mann und Frau erschufen. In der walisischen Legende „Cad Goddeu“ („Der Kampf der Bäume“, Talisien) wurden Menschen zugunsten des Sieges in Bäume und Sträucher verwandelt, Ovid beschrieb ähnliches in seinen „Metamorphosen“. Vergil berichtet in der „Äneis“ von Eichenwälder, die einst die Hügel Roms bedeckten, aus deren Stämmen wilde Männer hervorgegangen waren - die Pane und Satyrn der Griechen, die Faune und Silvane der Römer scheinen verwandt. Bei den Sumerern tritt im zweiten vorchristlichen Jahrhundert eine Waldgestalt namens Enkidu auf, häufig in den mittelalterlichen Rittergeschichten kopiert: Der Wilde aus dem Wald findet sich in Tristan und auch in Artus wieder. Kobolde, Elfen und etliche Waldgeister prägten unsere Geschichte und nicht ohne Hintergrund wurden heilige Bäume seitens des Klerus gefällt, um die „Bekehrung“ der Heiden zum Christentum voranzutreiben. Und das, obwohl sich insbesondere im Alten Testament vielerlei Baumgleichnisse finden, der Baumkult im 17. und 18. Jahrhundert einhergehend mit der Marienverehrung als heidnisch-christliches Zwittersymbol wieder auflebte, der Heilige Hain jedoch zugleich verteufelt wurde.

 Dieses Gewächs gleicht dem Menschen.

Es hat seine Haut, das ist die Rinde; sein Haupt und Haar sind die Wurzeln;

es hat seine Figur und seine Zeichen, seine Sinne und die Empfindlichkeit im Stamme. Sein Tod und sein Sterben sind die Zeit des Jahres!

(Paracelsus)

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Paracelsus

Heilkunde und Historie

Das Arkanum des Heilens – die Paracelsusmedizin

von Barbara Schuhrk

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Paracelsus (1493-1541), mittelalterlicher Arzt und Mystiker, eigentlich Theophrastus Bombastus von Hohenheim, war nicht nur kritischer Denker, sondern auch einer der bedeutsamsten Menschen innerhalb der Geschichte der Medizin.

Er prägte die abendländische Heilkunst für alle Zeiten; Homöopathie, Spagyrik, anthroposophische Medizin aber auch die moderne Pharmazie und Chemie wären ohne ihn fast undenkbar - wenngleich dies zu seinen Lebzeiten nicht erkannt worden ist ...

Paracelsus, häufig zitiert und weltberühmt: Zahlreiche Kliniken, Apotheken und Schulen sind nach ihm benannt worden, eine ganz naturheilkundliche Richtung orientiert sich an ihm, Heilpraktikerschulen tragen seinen Namen. Sein Wissen ist legendär, sein Wirken bis in die heutige Zeit Vorbild, die Heilungserfolge als Arzt eilten seinem Ruf voraus. Er wurde geliebt und auch gehasst, war er doch Kritiker der etablierten damaligen Medizin, der Orientierung an „verstaubten Bücherweisheiten“, der Inquisition und der Hexenprozesse.

Die meistzitierteste Aussage des Paracelsus ist:

All Ding’ sind Gift und nichts ohn’ Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.

Wer aber war dieser Mann, der als Mystiker, Philosoph und Alchemist, vor allem aber als Heiler in die Geschichte einging?

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Kneipp-Therapie

Stärkung versus Verweichlichung – 
die ganzheitliche Immunstärkung und Abhärtungstheorie des Pfarrers Sebastian Kneipp

 Von Barbara Schuhrk

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Der Körper des Menschen wurde einst häufig mit einer Festung verglichen, in welcher der Geist als König und die Seele als Königin regiert. Gelegentlich wird diese Burg unter Beschuss genommen: Feinde wie Stress, Umweltfaktoren, Krankheiten und weitaus andere mehr bedrohen ihre Integrität. Die Bastion Mensch jedoch hat ein gut ausgebautes Abwehrsystem, welches aus mehreren Schutzwällen und den Verteidigungstruppen der Immunzellen besteht. Zahlreiche unterschiedliche Therapien vermögen diese heute zu unterstützen. Und zahlreiche andere sind leider in Vergessenheit geraten, obwohl unlängst neuere Studien ihre Wirksamkeit erneut beweisen konnten ...

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